Jahresbericht 2017

Liebe Freunde von Teranga Senegal e.V.,

am Ende des Jahres ist es mir heute ein besonderes Anliegen gleich zu Beginn meines Jahresberichtes einen herzlichen Dank auszusprechen für die grosszügige Unterstützung von vielen privaten Spendern und auch von den Stiftungen PRONOIA und PAN PROTECTUM, dem LED, dem Martin-Luther-Bund und der kath. Kirchengemeinde in Zuoz. Ausserdem wurde beim Ableben von Ingrid Yrly-Negele und unserem langjährigen Freund Sam Werder in Zürich für unseren  Verein gespendet. Diese unerwarteten Spenden haben mich sehr berührt, ich sage auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank! Wir konnten damit die Schulkantine fertigstellen und die Veranda für das Case de Santé in Doubangué finanzieren. Anfang Oktober habe ich zusammen mit Margot Gritsch am Schaaner Wochenmarkt selbstgemachte Bionudeln verkauft. Ich habe mit einer Bekannten in Sulzberg, die eine Nudelmaschine besitzt, 100 Pakete Nudeln gemacht und fast alle verkauft! Die Kundinnen waren begeistert von der Qualität der Nudeln und es ist der Wunsch, dass wir nächstes Jahr nochmal die gleiche Aktion machen sollen. Evi Moosbrugger in Sulzberg ist damit einverstanden, und so werden wir nächstes Jahr noch einmal an mehreren Tagen „nudeln“ und sie am Wochenmarkt in Schaan verkaufen. Danke an alle Beteiligten!

Im November war ich wieder im Senegal. Ich habe wieder alle unsere Projekte besucht und mit Malick die Abrechnungen gemacht. Das klappt inzwischen sehr gut, und dafür erhielt er auch ein grosses Lob von mir, da ich ja weiss, dass der „Papierkram“ gar nicht seine Welt ist.

Zwei von unseren Patenkindern in Ndioum haben die Matura bestanden und hatten mir ihre Vorstellungen für eine Ausbildung schon zugeschickt. Mariam möchte gerne an einer katholischen Universität in Dakar eine  Ausbildung im Finanzbereich machen. Sie war immer eine gute Schülerin und ich traue ihr das wirklich zu .Ausserdem hat sie das Glück, dass sie bei Verwandten in Dakar wohnen kann. Die Tante hat auch diese Uni besucht und hat mir zugesichert, dass sie Mariam unterstützen und fördern wird während ihres Studiums. Die Kosten für dieses Studium sind pro Jahr ca.1‘000.-. Unser Verein kann diese Kosten für 2018 übernehmen, doch bin ich dabei eine Stiftung zu finden, die bereit wäre für die Studenten einen Ausbildungsfond zu bezahlen. Wir haben dann noch Fatima, die eine Ausbildung als staatlich geprüfte Hebamme machen will, was auch 1’000.- kostet. Die Kosten steigen dann jedes Jahr ein wenig. Aus diesem Grund möchte ich bei einer Stiftung anfragen ob sie für unseren Verein einen Ausbildungsfond bereitstellen würden. Denn im nächsten Jahr machen wieder 3 Patenkinder die Matura und unser Ziel ist es schon, wenn irgendwie möglich diesen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen. Natürlich muss das jedes Mal genau geprüft werden. Fatima hat an einer Fachhochschule in Saint Louis angefangen, dort ist Malick regelmässig in Kontakt mit dem Direktor der Schule, damit wir auch da wissen ob sie seriös arbeitet. Es war berührend zu erleben wie dankbar die Eltern sind, dass wir ihren Kindern diese Möglichkeit für eine Ausbildung geben.

Bei meinem Besuch in Alwar war es extrem heiss (45°) und nach 4 Stunden war ich froh wieder in mein klimatisiertes Hotelzimmer zu kommen! Aber was ich dort sah war so positiv, dass ich die Hitze gut ausgehalten habe. Unser Poste de Santé wird nun wirklich vom Staat übernommen, was ich ja schon wusste. Aber wie weit die Bauarbeiten für ein neues Gebäude und die Mauer ums Grundstück schon fortgeschritten waren, das war eine Ueberraschung! So ist der erste Schritt gemacht und das ganze Dorf ist in einer Aufbruchstimmung! Wir hatten eine informative Sitzung mit allen Verantwortlichen, bei der ich erfahren habe, dass der Staat jetzt erst mal die Bauarbeiten finanziert, aber das Gehalt für die Leiterin noch nicht zahlen wird. Also werden wir das bis auf weiteres übernehmen. Oumou ist so eine gute Fachfrau, die mir von ihren Weiterbildungen erzählt hat und wie gut die Supervision vom Leiter des nächstgrösseren Postens ist. Alle 4 Wochen macht sie einen Rapport, der dann gemeinsam besprochen wird.

Leider hat es während der Regenzeit in der Region mehrere Wirbelstürme gegeben, die an vielen Gebäuden enorme Schäden angerichtet haben. Beim Wohnhaus für Oumou wurde das Dach abgerissen, das die Dorfbewohner aber wieder einigermassen  reparieren konnten, und auch bei unserem Posten wurde das Dach beschädigt. Natürlich wäre ein neues Dach der Wunsch, aber wir warten erst mal die nächste Regenzeit ab. Wir haben beschlossen nächstes Jahr das Haus besser zu sichern mit einem Gitter  und einer abschliessbaren Tür an der Veranda.

Auch bei der Primarschule tut sich einiges. Der Staat baut 2 weitere Klassenzimmer, dann ist die Schule komplett. Bis jetzt mussten oft 2 Klassen in einem Raum unterrichtet werden, was bei einer Klassengrösse von 30 bis 40 Schülern fast nicht machbar ist. Auch haben sie nun endlich genügend Lehrer – sehr positiv! Doch damit taucht ein weiteres Problem auf. In dem kleinen Dorf gibt es wenig Wohnmöglichkeiten für die Lehrer. So wurden wir angefragt ob wir nicht ein Lehrerwohngebäude bauen könnten. Im Moment haben wir dazu keine Mittel und Malick meinte auch, dass mit etwas gutem Willen schon Zimmer gefunden werden können.

Am Collège haben wir dieses Jahr ein Büro angebaut, was von den Lehrern sehr geschätzt wird. Es fehlen aber noch Schreibtische, Stühle und Schränke, und sie haben einen konstanten Mangel an Schulbüchern. Mal sehen was wir da nächstes Jahr tun können.

Im Halbjahresbericht habe ich schon von unseren neuen Bauprojekten geschrieben, die ich aber noch nicht  alle gesehen hatte. Aus den Andeutungen von Malick konnte ich schliessen, dass nicht alles genau so läuft wie wir es geplant hatten, aber die Details kannte ich nicht. So war ich gespannt was mich erwartet. Mir lag natürlich unser Projekt Case de Santé in Doubangué, das wir zusammen mit dem LED finanzieren, besonders am Herzen. Die Veranda, die wir noch nachträglich angebaut haben, ist wirklich ein guter Sonnenschutz und wertet die Station auf. Leider musste ich erfahren, dass die Station bis heute noch nicht in  Betrieb genommen ist, trotz der Bemühungen von allen Verantwortlichen des Dorfes. Für die Inbetriebnahme  benötigt es  eine Bewilligung des Gesundheitsministeriums auf regionaler Ebene. Diese sollte vom Leiter des nächstgrösseren Postens, der auch die Kontrolle über den kleinen Posten hat, angefragt werden. Doch dieser hat scheint’s kein Interesse mehr daran, denn er wird demnächst an einen anderen Ort versetzt. Leider konnte ich mich mit ihm nicht treffen, da er auf einer Pilgerreise war. Die Bewohner von Doubangué sind natürlich sehr enttäuscht, aber da man in Senegal generell auf alles lange warten muss, haben sie sich immer wieder mit dem Satz “ich kümmere mich darum“ vertrösten lassen. Bei meinem Treffen mit dem Dorfchef und dem Chef der Gesundheitskommission haben wir nun beschlossen, dass sie selbst versuchen werden die Bewilligung zu erhalten. Ausserdem werde ich mit dem Leiter der anderen Station telefonieren und ihn auf seine schriftlichen Zusagen zur Mithilfe erinnern. Mir tun die Dorfbewohner leid, die diesen Gesundheitsposten wirklich brauchen. Aber so läuft es leider oft im Senegal.

Da komme ich auch gleich auf unser Collège in Mbettite zu sprechen. Dort musste ich ja auch die Erfahrung machen, dass man nicht allen Versprechungen glauben kann. Bei meinem Besuch in Mbettite habe ich jedoch eine gute Nachricht erhalten. Der Schulbetrieb wird dieses Schuljahr aufgenommen. Der Direktor ist 1 Woche nach meiner Abreise eingetroffen und es wird sicher mit 2 Klassen begonnen, eventuell auch mit 3 Klassen, da das 3. Klassenzimmer auch fertig ist.  Das System wie eine Schule in Betrieb genommen wird, ist in Senegal sehr kompliziert. Bis die Schule richtig funktioniert vergeht sicher nochmals 1 Monat. Und eigentlich hat das Schuljahr schon Anfang Oktober angefangen! Auf jeden Fall habe ich mich sehr mit den Dorfbewohnern gefreut und im Februar, wenn ich wieder in Mbettite bin, wollen sie mir alle mit einer grossen Einweihungsfeier danken. Wir haben nun auch geplant, dass wir Anfang des Jahres mit dem vierten Klassenzimmer anfangen, dann ist das Collège komplett. Dieser Bau war eigentlich schon für dieses Jahr geplant, wurde aber wegen des Kindergartens in Ndioum verschoben.

Von diesem Kindergarten habe ich schon im Halbjahresbericht geschrieben. Ich hatte letztes Jahr eine Anfrage zum Bau von 2 Klassenräumen bekommen. Dieses Jahr während der Regenzeit wurde auch hier von den heftigen Wirbelstürmen ein Dach abgerissen und der Direktor war der Ansicht, dass man dieses Gebäude abreissen muss. Er klagte Malick sein Leid und der bat mich um Erlaubnis doch sofort mit dem Bau eines neuen Raumes für den Kindergarten beginnen zu dürfen, damit die Kinder Anfang Schuljahr wieder ein Dach über dem Kopf haben. Ich willigte ein und Malick begann sofort mit den Vorarbeiten für den Bau. Für den Abbruch des demolierten Gebäudes ist die Gemeinde Ndioum zuständig und so vereinbarten der Direktor und Malick ein Treffen mit dem Bürgermeister. Der war aber der Ansicht, dass das Gebäude doch renoviert werden soll und es kein weiteres Klassenzimmer braucht. Was dringend gebraucht würde, sei ein sonnengeschützter Platz für die Kinder in der Pause und während des Essens im Hof des Kindergartens. Was weder Malick noch ich wussten war, dass eine französische Organisation, an die der Direktor auch eine Anfrage geschickt hatte, Anfang des Jahres 2 Klassenzimmer gebaut hat. So war der Kindergarten komplett. Die Räume sind etwas versteckt hinter dem demolierten Gebäude, sodass Malick sie bei seinem Besuch gar nicht gesehen hat. Nun haben wir unsere Pläne wieder einmal umgeändert und bauen einen schönen sonnengeschützten offenen Raum für die Kinder, was sicher eine sehr sinnvolle Sache ist.

Die schon angefertigten Fenster und Türen und die nicht gebrauchten Ziegel können wir für den Bau eines Klassenzimmers in der Primarschule in Ndioum verwenden, wo wir schon den Raum für die Schulküche gebaut haben. Bei meinem Besuch in der Schule konnten die Frauen leider nicht kochen, da der Reis ausgegangen war, die nächste Lieferung wurde erst eine Woche später erwartet. Ich besuchte aber alle Klassen und war schockiert wie gross die Klassen, besonders bei den Kleinen, sind. Zwischen 60 und 100 Kindern!!! Die Klassen müssen geteilt werden und deswegen braucht es noch ein weiteres Klassenzimmer, für das sie ein Provisorium errichtet haben. An dieser Schule haben wir schon 2 Klassenzimmer gebaut und dieses Jahr hat der Staat das grosse Grundstück eingemauert, was sehr wichtig ist wegen der Sicherheit. Der Direktor erzählte mir stolz, dass, wie jedes Jahr, fast alle Kinder den Uebertritt in die Realschule geschafft haben!

Natürlich habe ich auch „unser“ Collège in Ndioum  besucht. Dort haben wir in den letzten 5 Jahren neun Klassenzimmer gebaut und das Bürogebäude für die Lehrer. Die Lehrer stellen regelmässig Anträge an den Staat für den Bau einer Mauer und weiterer Klassenzimmer. Nun haben sie die Zusage für den Bau von 2 Klassenzimmern in diesem Schuljahr und die Mauer wird ihnen in Aussicht gestellt. Aber das kann natürlich noch einige Zeit dauern. Die Grundstücke sind riesig, da sie immer auf Zuwachs geplant sind, und so eine Mauer kostet viel Geld. Auch hier hat der Sturm grosse Schäden verursacht. Bei einem Klassenzimmer wurde das ganze Dach abgerissen und Teile des Mauerwerks beschädigt. Es ist im Moment nicht zu benutzen. Die Schule will selbst schauen, dass sie die Schäden beheben können. Dafür haben sie auch das Schulgeld erhöht, in Absprache mit der Elternvereinigung. Bei meinem Besuch hatte ich ein langes Gespräch mit einigen Lehrern, die mir wieder  versichert haben wie froh sie sind, dass wir diese Schule gebaut haben. Die Schülerzahl liegt bei ca 1000!!!! Unvorstellbar was gewesen wäre wenn wir die Klassenzimmer nicht gebaut hätten. Auch hier sind einige Klassen sehr gross mit 40 bis 50 Schülern, sie sitzen zu dritt in den kleinen  Schulbänken. Trotz aller Widrigkeiten haben doch 54% der Schüler den Uebertritt ins Gymnasium geschafft, das ist besser als der Durchschnitt im Bezirk Podor.

Zum Schluss habe ich noch mit Mathias die Patenschaften besprochen und abgerechnet. 3 Kinder sind von uns ausgeschlossen worden, da sie 2 x wiederholt haben und auch keine Motivation mehr hatten zur Schule zu gehen. Ein Mädchen hat den Realschulabschluss nicht geschafft und der Vater hat uns gebeten, dass sie dies in einer Privatschule nachholen darf, was wir bewilligt haben. Drei Jungen werden dieses Schuljahr zur Matura kommen, mal sehen ob sie das Schuljahr durchhalten. Und für ein Patenkind, das eine Lehre bei einem Schneider macht, werden wir im nächsten Jahr eine Nähmaschine kaufen, die sie im Atelier von ihrem Schneider aufstellen darf. So kann sie sich allmählich einen eigenen Kundenkreis aufbauen.

Im Februar 2018 wird Niels Hörnö wieder nach Senegal reisen und 5 Kollegen mitnehmen, um in Mbettite und in einem grösseren Ort, der  nicht weit entfernt ist, Zahnbehandlungen durchführen. Ich habe mit dem Leiter der Gesundheitsstation gesprochen und er wird alles gut vorbereiten. Das ist eine grossartige Hilfe für die Dörfer, vielen Dank Niels!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass 2017 ein sehr aktives und erfolgreiches Jahr für uns war. Wir bauten das Büro in Alwar, das 3. Klassenzimmer in Mbettite, den kleinen Gesundheitsposten in Doubangué mit der Veranda, den Raum für die Schulkantine in Ndioum und den Unterstand im Kindergarten in Ndioum. Die bestehenden Projekte Collège Ndioum, Alwar Schulen und Gesundheitsposten, Mbettite  und die  Patenkinder  wurden weiterhin unterstützt und beratend begleitet. Dies war uns nur möglich dank der Unterstützung von unseren diversen Gönnern wie schon am Anfang des Briefes erwähnt. Malick hat vor Ort gute Arbeit geleistet. Dass nicht alles so ganz nach unseren Wünschen geklappt hat, ist schade, aber ich bin sicher, dass das im nächsten Jahr erledigt werden wird, denn alle Beteiligten sind guten Willens.

Was mich bei meinem Besuch aber sehr beunruhigt hat ist, dass dieses Jahr im Norden die Regenzeit sehr kurz war und wenig Niederschläge brachte. So ist das ganze Land jetzt schon total ausgetrocknet und man sieht weit und breit kein Gras wachsen. Der Fluss hat einen so niedrigen Wasserstand wie ich ihn noch nie gesehen habe und die Tiere finden nichts mehr zu fressen. Sie sind total abgemagert. Und ich frage mich wie das weitergehen soll bis zur nächsten Regenzeit im Juli 2018.Demnächst wird nun der Reis angepflanzt und dafür reicht die Bewässerung noch aus. Aber normalerweise konnte zweimal/ Jahr angepflanzt werden, das geht nun sicher nicht. Das Klima hat sich auch dort sehr verändert in den letzten Jahren. Die Menschen sind erschöpft von der ewigen Hitze und stumpfen dadurch auch sehr ab. Ich habe eine grosse Mutlosigkeit festgestellt, die ich so noch nie erlebt habe. In Mbettite dagegen war die Regenzeit gut und es gab eine gute Ernte. Es ist grün auf den Feldern und die Menschen sind voll Zuversicht. Was für ein Unterschied! Ich bin immer wieder dankbar, dass ich hier in unserem gemässigten Klima leben darf!

Zum Jahresausklang wünsche ich all meinen lieben Freunden und Gönnern eine gesegnete Weihnachtszeit und alles Gute und viel Freude und Zufriedenheit für das kommende Jahr. Ein herzliches Dankschön für euer Vertrauen in unsere Arbeit und eure regelmässige Unterstützung!

 

Jahresbericht 2016 und Reisebericht vom November 2016

Für unseren Verein geht ein  ereignisreiches Jahr zu Ende. Deswegen ist es mir ein Bedürfnis, mit diesem Jahresbericht alle meine lieben Spender an unseren Aktivitäten teilhaben zu lassen. Ich war Anfang November 2016 noch einmal im Senegal und so wird dieser Bericht auch gleichzeitig der Reisebericht sein.

Ende Oktober war es wieder soweit, ich konnte mit 2 vollgepackten Koffern nach Senegal reisen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, von denen ich immer wieder schöne Sportbekleidung, Laptops, Handys, T’Shirts etc. erhalte. Diese Dinge werden sehr geschätzt. Malick verteilt sie im Laufe der Zeit gezielt an Bedürftige und Leute, die uns immer wieder helfen. Ich wusste, dass es dieses Mal sicher sehr heiss sein wird (39°) und habe mein Programm dementsprechend angepasst. Viele Gespräche im klimatisierten Hotel und Verabredungen am Vormittag oder frühen Abend. So habe ich ohne grössere Probleme alles, was ich mir vorgenommen hatte, geschafft. Aber ich habe auch bemerkt, dass die Hitze schon ein grosses Hemmnis ist für eine effiziente Arbeit. Alles ist sehr verlangsamt und mehr als 2 Treffen kann man an einem Tag nicht organisieren. Und alle lassen sich Zeit! Geduld war gefragt.

Wir hatten dieses Jahr wieder eine sehr erfreuliche Bautätigkeit. Angefangen mit den 2 Klassenzimmern in Doubangué, von denen ich im März schon berichtet habe. Nun erzählten mir die Lehrer, dass sie dank der verbesserten Infrastruktur wesentlich bessere Ergebnisse mit den Schülern erzielt haben als in den vergangenen Jahren. Dies ist ein grosser Erfolg! Bei meinem Besuch im März habe ich vom Dorf unter anderem die Anfrage bekommen eine Krankenstation zu bauen. Nach gründlicher Ueberlegung haben wir uns entschlossen, beim LED einen Kleinprojektantrag zu stellen, damit wir dieses Bauprojekt finanzieren können. Denn ich habe erfahren, dass ein wirklich grosses Bedürfnis dafür vorhanden ist. Vom Dorfchef und vom Leiter des nächstgelegenen Gesundheitspostens Cheikh Sow kamen im Laufe des Jahres gezielte Anfragen und Erklärungen für die geplante Verwaltung. Von Peter Ritter vom LED hatte ich grundsätzlich schon die Zusage für eine Unterstützung, nun mussten „nur“ noch bestimmte organisatorische Details abgeklärt werden. Wir hätten das mit einer Sitzung erledigt, aber nicht so im Senegal! Zuerst gab es wieder einen grossen Empfang im Dorf mit allen Schulkindern und vielen Danksagungen, dann Besichtigung des Grundstücks und gemeinsames Essen auf dem Boden, danach konnte ich endlich noch meine Listen und abzuklärenden Fragen anbringen. Es war schon viel Vorarbeit geleistet worden, aber wichtige Details fehlten noch. 2 Tage später hatte ich alles in Händen! Cheikh Sow war mit seinen Kosten für die Einrichtung aber sehr tief geblieben, um ja unser Budget nicht zu überschreiten. Damit hätten wir keine gute Einrichtung finanzieren können! Also musste diese Liste nach meiner Abreise nachgeliefert werden. Leider hat er sich damit nun sehr viel Zeit gelassen. Ich bin sehr beeindruckt von diesem Dorf und seinen Bewohnern. Der Dorfchef will wirklich, dass sich sein Dorf entwickelt. Gerne gebe ich euch noch einige interessante Informationen weiter. Das 1944 gegründete Dorf zählt 1‘571 Einwohner und 5 umliegende Dörfer mit 3‘350 Einwohnern würden auch von dem Case de Santé profitieren. Besonders prekär ist die momentane Situation ohne Gesundheitsversorgung natürlich für die ca. 2‘000 Frauen und 500 Kinder. Der nächste Posten ist 6 – 10 km entfernt und wenn man mit einer Charrette unterwegs ist, ist das sehr weit, besonders bei Geburten. Im Laufe des Jahres haben die Bewohner beschlossen, dass sie 4 Jugendlichen aus dem Dorf die Gelegenheit geben wollen, eine Ausbildung zum Krankenpfleger  zu machen, die dann im neuen Posten arbeiten können. So wird nun Geld für die Ausbildung gesammelt, das eine Frauengruppe verwaltet. Denn sie wollen, im Gegensatz zu Alwar, selbst für die Unterhaltskosten des Case de Santé aufkommen. So können wir sicher 2017 das neue Projekt in Angriff nehmen!

Ein weiteres Bauprojekt war der Bau von 2 Klassenzimmern für das Collège in Mbettite. Wir hatten das Glück, dass uns die Stiftung PRONOIA im August 10‘000.- für diesen Bau zukommen liess. Dafür sage ich recht herzlichen Dank. So konnten wir das 2. Klassenzimmer bauen und noch 30 Schulmöbel anfertigen lassen. Da die Ziegel für den Bau zu 80% von den Dorfbewohnern schon gemacht waren, wurden die Klassenzimmer einiges billiger, trotz hoher Transportkosten. Die Dorfbewohner hatten ausserdem zugesagt, dass sie die Toiletten bauen werden, die aber noch nicht ganz fertig waren bei meinem Besuch. Leider ist nun auf dem bürokratischen Weg irgendetwas schief gelaufen und der Schulbetrieb konnte, obwohl von Seiten des Ministeriums bewilligt, nicht aufgenommen werden. Mir wurde gesagt, dass im ganzen Bezirk Fatick, zu dem Mbettite gehört, kein Collège eröffnet wurde, obwohl die Voraussetzungen erfüllt waren. Das habe ich in den 10 Jahren meiner Tätigkeit noch nie erlebt. An Lehrermangel kann es nicht liegen, denn es wurde mir bestätigt, dass es genügend Lehrer im Senegal gibt. Die Enttäuschung war natürlich besonders für die Schüler sehr gross. Aber trotzdem wurde wie immer ein kleines Fest organisiert, bei dem die Bevölkerung ihren Dank ausgesprochen hat und besonders Malick und Mathias für ihren tollen Einsatz gedankt wurde. Nun hoffen alle, dass die Schule ihre Türen so bald als möglich öffnen kann, Geduld ist wieder einmal gefragt! Wir haben jetzt beschlossen, dass wir mit dem Bau des 3. Klassenzimmers, der so wie es aussieht mit Kollekten vom Martin-Luther-Bund der Schweiz finanziert werden wird, warten bis der Schulbetrieb läuft. Ausserdem ist unsere Bedingung, dass bis dahin auch die Toiletten fertig sein müssen. Neben den Bauarbeiten gab es noch ein kleines Projekt am Rande, aber mit grosser Wirkung! Der Wasserturm in einem benachbarten Dorf, von dem wir das Wasser für die Bauarbeiten nehmen sollten, war kaputt. Während dem Bau des 1. Klassenzimmers musste das Wasser aus allen möglichen Brunnen in der Umgebung geholt werden. Malick berichtete mir, dass Menschen und Tiere seit vielen Wochen sehr unter dem Wassermangel leiden. Auf meine Frage warum denn die Reparatur nicht schneller geht, hiess es, dass alle Ersatzteile da seien, aber das Geld für die Handwerksarbeiten, die mit einer Spezialmaschine gemacht werden müssen, nicht vorhanden sei. Kosten ca. 600.-. Da ich wusste, dass die Gemeinde Mauren bevorzugt Energieprojekte unterstützt, habe ich eine Anfrage an Vorsteher Freddy Kaiser gerichtet. Sehr spontan hat er mir 1‘000.- zugesagt und die Reparatur war in einer Woche gemacht! Die Dankbarkeit der Bewohner von mehreren Dörfern rund um Mbettite ist grenzenlos. Sie haben wochenlang gelitten und waren recht verzweifelt. Herzlichen Dank an die Gemeinde Mauren!

Die Frauen in Mbettite arbeiten weiterhin erfolgreich mit ihrer Hirseschälmaschine, die nach der Rückzahlung des letzten Kredits im März nun ihnen gehört.

In Alwar hatte ich zwei wichtige Dinge zu erledigen. Als erstes wollte ich natürlich die neue Krankenschwester unseres Gesundheitspostens kennenlernen, die seit Juni dort arbeitet. Ich war angenehm überrascht wie gut sie sich eingearbeitet hat und wie sehr sie geschätzt wird von der Bevölkerung. Eine wirklich sympathische junge Frau, die besonders die gute Zusammenarbeit mit der Geburtshelferin hervorhob und wie viel sie von ihr lernen kann.Die staatliche Anerkennung läuft senegalesisch langsam, ist aber nach wie vor auf gutem Weg, wurde mir versichert. Der LED und auch die Dorfbewohner  haben nochmals einen Brief ans Gesundheitsministerium geschrieben,  mehr kann man nicht machen. Alle fragten nach Zahnarzt Niels, niemand hatte irgendwelche Probleme nach seiner Behandlung im März. Sie freuen sich schon auf seinen nächsten Besuch! Doch das wird noch eine Weile dauern, da er im März 2017 nach Mbettite in die Krankenstation gehen wird. Dort habe ich mit den zuständigen Personen alles für seinen Besuch vorbereitet. Dieses Mal wird er einen Kollegen und dessen Tochter und eine Kollegin mitbringen, so können sie in 2 Räumen behandeln. Der Leiter der Station und das ganze Personal sowie der Leiter der Gesundheitskommission heissen ihn herzlich willkommen, denn auch hier ist der Bedarf an einem Zahnarzt enorm hoch.

Im letzten Reisebericht habe ich vom neuen Collège in Alwar berichtet. Meine letzte Information war, dass die Dorfbewohner die Fertigstellung der angefangenen 2 Klassenzimmer mit Hilfe von Spenden ihrer Verwandten in Dakar und Europa selbst finanzieren wollen. Es wurde schon weitergebaut, doch die Klassenzimmer sind immer noch nicht fertig. Deswegen muss der Unterricht nach wie vor in den einsturzgefährdeten Räumen der Primarschule stattfinden. Da es inzwischen eine weitere Klasse gibt, muss in Schichtbetrieb unterrichtet werden. Im Sommer haben wir einen Brief mit der Anfrage für die Fertigstellung der angefangenen Räume und den Bau von weiteren 2 Klassenzimmern erhalten. Da wir aber vom Collège Ndioum schon vor 1 Jahr die Anfrage für ein Lehrerzimmer erhalten hatten, haben wir beschlossen, dieses als nächstes Projekt zu finanzieren. Das Collège Alwar ist nun auf unserer Liste für 2017. Wir haben für die Schule in Alwar einen Drucker/Kopierer gekauft, der für die Benutzung von beiden Schulen gedacht war, da sie auf dem gleichen Gelände sind. Leider ist die Zusammenarbeit der beiden Schulen nicht optimal. Ich habe sie gebeten, dafür eine Lösung zu finden. Die Frauengruppe in Alwar trifft sich nach wie vor regelmässig und arbeitet mit dem erhaltenen Kredit zuverlässig.

In Ndioum konnten wir für das Collège dank grosszügiger Spenden, unter anderem von der LGT Group Foundation 1’000.-, das lang ersehnte Lehrerzimmer bauen. Auf Wunsch der Lehrer wurde daraus ein kleiner Bürotrakt mit 4 Räumen mit nur wenig grösseren Dimensionen als ein Klassenzimmer. Ich fand  das eine gute Idee und konnte mich von der gelungenen Ausführung bei meinem Besuch überzeugen. Leider gibt es dort eine Aenderung. Der Direktor Abdoulaye, der sich so sehr für diese Schule eingesetzt hat, ist befördert und in eine andere Stadt versetzt worden. Das auch dank seiner grossen Leistungen. Denn das Collège ist unter den 100 besten Schulen im Senegal, bezogen auf die Uebertrittsprüfungen ins Gymnasium. Deswegen hat der Staat der Schule auch einen Extrazuschuss für Schulmaterial zukommen lassen. Um die Ausbildung in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern zu verbessern, wurden in ganz Senegal 17 neue Gymnasien mit dieser Fachrichtung erbaut. Und für eines dieser Gymnasien ist nun Abdoulaye zum Direktor berufen worden. Das zeigt mir, dass das Schulministerium sehr wohl an einer Verbesserung der Ausbildung interessiert ist. Doch fliesst der Grossteil des Budgets in die höhere Schulbildung. Dabei wäre gerade die Basis so wichtig, denn ohne diese gibt es auch keine höhere Schulbildung. Ich habe bei meinem Besuch den neuen Direktor  des Collège kennengelernt, der auch sehr engagiert ist. Die meisten Lehrer sind die gleichen, also wird sich am Geist der Schule hoffentlich nicht viel ändern. Auch hier gab es wieder ein kleines Fest zur Einweihung des Bürotraktes. Die Schüler beeindruckten mich wieder mit kleinen Sketchen, die sie einstudiert hatten und ihren traditionellen Trachten und Tänzen.

In der Primarschule Amadou Hane, an der wir 2015 zwei Klassenzimmer gebaut haben, traf ich den Schulleiter. Er erzählte mir voll Stolz, dass ihre Schule die einzige ist, in der jedes Jahr 100% der Schüler den Uebertritt ins Collège schaffen. Das ist eine Superleistung. Bei unserem Besuch waren die Frauen gerade mit der Zubereitung der Schulkantine beschäftigt. Sie brauchen dringend einen Raum, um ihre Gerätschaften unterzustellen und um dort bei grosser Hitze kochen zu können. Ein Raum 4x4m würde genügen. Die Anfrage habe ich mir notiert.

Unsere Patenkinder waren recht erfolgreich dieses Jahr. Alle sind in die nächste Klasse gekommen, wenn auch nicht alle mit wirklich guten Noten. Doch leider hat unsere Mariam, die immer so eine exzellente Schülerin war, die Matura nicht bestanden. Wir wissen nicht warum, aber die Hitze war extrem dieses Jahr und auch die Vorbereitung nicht optimal, denn es gab viele Streiks. Wahrscheinlich war sie auch sehr nervös. Natürlich war sie sehr niedergeschlagen, doch wir haben sie ermutigt, dass sie nicht aufgeben soll und sie nächstes Jahr eine neue Chance hat zu zeigen, was sie kann. Ausserdem machen 2 weitere Schülerinnen in Ndioum die Matura und 2 Schüler in Mbour. Wir wünschen ihnen viel Erfolg und Durchhaltevermögen.

Ausserdem habe ich mich mit den Präsidentinnen der 2 Frauengruppen in Ndioum, die leider nicht mehr aktiv sind, getroffen. Es gab interne Unstimmigkeiten, einige Frauen haben sich nicht an die Abmachungen gehalten. Das Geld wurde, wie in so Gruppen üblich, an die Mitglieder vergeben, dann aber leider nicht korrekt zurückbezahlt. Eine Frauengruppe hat sich ganz aufgelöst. Sie war im ärmsten Quartier in Ndioum aktiv.Während 6 Jahren hat unser Kredit gute Dienste getan und zur Verbesserung des Lebensunterhalts geführt. Aber die Langzeitwirkung ist leider nicht erreicht worden. Den Schritt in eine neue Investition konnten sie nicht machen, wahrscheinlich hätten sie dafür mehr mentale Unterstützung gebraucht. Die andere Frauengruppe will eigentlich gerne wieder aktiv werden, aber die Präsidentin hat im Moment sehr grosse private Probleme. Ihr Sohn braucht eine neue Herzklappe und bis die Operation vorgenommen werden kann, sehr viel Medikamente. Auch ihr Mann muss operiert werden, sie wissen nicht wie es weitergehen wird. So lasse ich die Sache im Moment auf sich beruhen, denn eine andere Frau kann oder will die Rolle der Präsidentin nicht übernehmen. Auch von ihnen wurde die Idee des Kredits leider nicht richtig verstanden und umgesetzt. Malick hat mir nun erklärt, dass wahrscheinlich mit ein Grund dafür ist, dass speziell im Norden Frauengruppen immer wieder von Organisationen Geld bekommen um ihren Kleinhandel auszubauen. Und da müssen sie nichts zurückbezahlen. Ich habe wieder etwas gelernt!

Aber nicht nur in Senegal ist einiges gelaufen. Ich habe in der lutherischen Kirche in Vaduz und in Hittisau/Vlbg. Vorträge über unsere Projekte gehalten, so wurde mir bewusst, dass  wir inzwischen  21 Klassenzimmer gebaut! Ausserdem habe ich noch einmal die Primarschule in Lauterach besucht und Fotos und Filme gezeigt. Die Kinder haben mit grosser Begeisterung im Laufe des Jahres mehrere Aktionen für uns durchgeführt. Auch ihnen danke ich ganz herzlich für ihren Einsatz!

Und im Januar ist es dann soweit, dass die Studentin Jana Schneeberger mit mir nach Senegal reist und 6 Wochen in Ndioum wohnen wird. Dort kann sie in all unsere Projekte hineinschnuppern und mit den Kindern kleine Projekte machen. Ihr ist es jedoch das Wichtigste, das Leben in einem Entwicklungsland kennenzulernen. Deswegen will sie auch in einer Familie wohnen und sich ganz auf den dortigen Lebensrhythmus einstellen. Ich freue mich sehr auf ihr Kommen und wünsche ihr natürlich viele eindrückliche Erlebnisse. Die Lehrer, die Krankenschwester und auch die Familie werden sie herzlich willkommen heissen, sie freuen sich auch schon auf ihren Besuch.

In Liechtenstein wird im Januar 2017 ein Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit gegründet werden. Darin vereinigen sich bestehende private Organisationen, die sich in Ländern auf der ganzen Welt für deren Entwicklung einsetzen. Es dient zum gegenseitigen Austausch, der Sichtbarmachung des zivilgesellschaftlichen Engagements sowie der Verankerung der Entwicklungszusammenarbeit in Bevölkerung, Wirtschaft und Politik. Da ich dieses Netzwerk sehr wichtig finde, habe ich mich dort für die Mitarbeit zur Gründung eingetragen. Es wurden Leitlinien erarbeitet und einige Treffen mit interessierten Organisationen durchgeführt. Es sind im Moment 25, die am 24. Januar 2017 bei der Gründung des Netzwerks dabei sein werden. In FL gibt es jedoch mehr als 40 private Organisationen, die wie TERANGA Senegal arbeiten. Ich finde das eine ganz erstaunliche und auch ermutigende Zahl! Und alle sind auf Spenden angewiesen, um ihre Hilfe leisten zu können. Ohne unsere treuen Spender, die Vertrauen in unsere Arbeit haben, wäre das nicht möglich.                                         An dieser Stelle sage ich wieder ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ an alle, die mit ihren regelmässigen Spenden unsere Projekte unterstützen. Wir tragen damit wirklich zur Verbesserung der Lebensqualität von vielen Menschen in Ndioum und Umgebung sowie in Mbettite bei. Das wird mir bei jedem Besuch bestätigt. Auch wenn die Früchte der Schulbildung nicht sofort sichtbar sind, weil es noch an vielem anderen mangelt, so ist auf jeden Fall der Grundstein für eine stete Entwicklung gelegt.

Zum Ausklang des Jahres wünsche ich euch allen eine friedvolle Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes  Jahr 2017 mit guter Gesundheit und Liebe und Wertschätzung und Frieden für alle Menschen!

Herzliche Grüsse

Ute

Manchmal geschieht es, dass Menschen gut zu anderen sind                                      und füreinander sorgen

Dann ist Weihnacht

Manchmal geschieht es, dass Menschen einen Streit beenden und sich wieder vertragen

Dann ist Weihnacht

Manchmal geschieht es, dass Menschen sich einsetzen für Schwächere, denen Unrecht geschieht

Dann ist  Weihnacht

Warte nicht auf Weihnachten!  Weihnachten kommt nicht dann  wann Weihnacht werden soll

                      Weihnachten wird durch dich, durch mich, durch uns

Vielleicht durch unser Reden, eher durch unser Tun, am ehesten durch unser Sein.

Neues Vereinskonto auf der Landesbank: LI91 0880 0550 6483 62001

 

 

 

 

Jahresbericht 2014

Liebe Freunde der TERANGA Projekte im Senegal,

schon wieder liegt ein ereignisreiches Jahr hinter uns. Wie jedes Jahr  ist es mir besonders wichtig, dass ich allen meinen lieben Gönnern mit dieser Zusammenfassung unserer Aktivitäten DANKE sagen kann für das Vertrauen und die regelmässige Unterstützung unserer Projekte. Es ist immer wieder eindrücklich wie viele Menschen es gibt, die ein offenes Herz haben und sich berühren lassen von der Not anderer Menschen. Es gibt so viel Armut und Not auf dieser Welt und viele Menschen, die sich rund um den Erdball für bessere Lebensbedingungen engagieren und dabei viel Unterstützung erhalten. Mein Platz ist nun seit 8 Jahren im Senegal und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen in der Region Ndioum und Mbettite wesentlich verbessert haben dank unserer Hilfe.  Wir können die grundlegenden Probleme in Senegal nicht verbessern, das müssen die Menschen selbst tun. Aber wir können ihnen Hoffnung bringen, ihnen bessere Infrastrukturen zur Verfügung stellen und sie ermutigen ihre Kinder zur Schule zu schicken. Unsere Idee, dass wir uns stark machen für Gesundheit, Bildung und Frauenförderung, hat sich bewährt. Die Menschen sind mir ans Herz gewachsen, und dank unserem Projektleiter Malick Gueye erhalte ich immer Einblick in die aktuellen Probleme der Bevölkerung und wo unsere Hilfe besonders nötig ist.

Das Jahr 2014 war so ereignisreich, dass es mir schwerfällt  alles in Worte zu fassen.  Zuerst möchte ich euch gerne den aktuellen Stand aller Projekte mitteilen wie wir sie bei unserem Besuch im November angetroffen haben. Dieser Aufenthalt  war für mich etwas ganz Besonderes, denn ich wurde von vier Personen begleitet. Meinem Mann, den zwei Frauen, die letztes Jahr schon mit im Senegal waren, und dem Zahnarzt Niels Hörnö, der mich seit vielen Jahren unterstützt. In Zukunft möchte er gerne in Alwar und Ndioum  zahnmedizinische Hilfe anbieten, denn der Bedarf hierfür ist sehr gross. Die Menschen haben ihn sofort ins Herz geschlossen (und er sie auch) und hoffen, dass er bald wieder kommt. Es gibt zwar einen Zahnarzt in Ndioum, aber sonst im Umkreis von 100 km keinen.

Patenkinder: Die Patenkinder in Ndioum sind eine grosse Freude für mich. Alle haben die Prüfungen in die nächsten Klassen bestanden und 2 weitere Mädchen sind nun im Gymnasium und werden in 3 Jahren die Matura machen. Alle sind gute Schülerinnen, was mich natürlich sehr freut.

Die Kinder in Mbour und Mbettite sind leider nicht so erfolgreich. 2 Kinder haben mit der Schule aufgehört (eine wegen Krankheit und die andere weil sie schon 2x wiederholt hat) und 2 andere müssen wiederholen, um wenigstens einen Realschulabschluss zu haben. Mit den Ausbildungsplätzen sieht es  leider nicht gut aus für diese Kinder. Sie wissen nicht was sie wollen und die Eltern sind überfordert. So müssen wir uns damit zufrieden geben, dass wir diesen Kindern ermöglicht haben, dass sie 8 Jahre zur Schule gehen konnten. Sie werden ihren Weg auf senegalesische Art gehen, wahrscheinlich als Bauern oder bei einem Handwerker angelernt werden. Doch sie sind keine Analphabeten mehr und  durch den Schulbesuch wurde ihr Horizont wesentlich erweitert. Die guten Schüler werden wir sicher weiter fördern. Mathias hat einen kleinen Schlaganfall erlitten kurz vor meiner Ankunft, zu hoher Blutdruck. Er hat Mühe mit dem Gehen und ist nun in Therapie. Aber er ist ganz optimistisch und hat die Verwaltung der Patenkinder für dieses Schuljahr gut angefangen.

Frauengruppe Mbettite: Anfang November war die nächste Rate zur Rückzahlung ihres Kredites für die Hirseschälmaschine fällig. Mit meinen Freunden waren wir in Mbettite und wurden wieder  herzlich mit Trommeln empfangen. Wir haben die Maschine gesehen, die schon ein wenig gelitten hat im ersten Jahr ihres Einsatzes, aber doch gut gewartet wird von den verantwortlichen Männern. Die Frauen verwalten das Geld gewissenhaft und haben guten Gewinn gemacht. Aus diesem Grund haben sie mir doppelt so viel zurückbezahlt wie geplant. Ihre Begründung war, dass die diesjährige Hirseernte nicht so gut war und sie nicht wissen wie gut sie mit der Maschine verdienen werden. Im nächsten Jahr ist dann nur noch eine kleine Rate fällig. Dann gehört die Maschine ihnen. Wir waren beeindruckt von den Frauen! Ihr Leben hat sich sehr verbessert seit sie die Maschine haben, denn sie habe nun ein Einkommen, mit dem sie den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlen und zur Ernährung der Familie beitragen können.  Auch ist immer etwas Geld auf der Seite wenn jemand krank wird. Das sind oft ganz schlimme Geschichten, denn ein Arzt will zuerst Geld sehen ehe er behandelt. Gerne gehe ich nächstes Jahr im November wieder zu den Frauen!

Gesundheitsstation Halwar: Seit September haben wir eine neue staatlich geprüfte Leiterin für unsere Station. Sie kommt aus der Gegend und es ist ihre erste Stelle. Der  Vorgänger hat sie gut eingearbeitet und sie will die Station im gleichen Sinn weiterführen. Von allen Seiten habe ich gehört, dass sie gut angenommen wird von den Patienten. Wenn ich im Februar wieder dort bin werde ich mir noch ein genaueres Bild machen können. Im Laufe des nächsten Jahres hoffe ich dann, dass die Station ganz vom Staat übernommen wird. Wir haben mit dem LED ein Gesuch um staatliche Anerkennung an die Gesundheitsministerin geschrieben, und die Dorfbewohner ebenfalls. Die Ministerin hat daraufhin sofort bei unserem med. Leiter angerufen und ihm mitgeteilt, dass sie diesen Antrag unterstützen wird und die Anerkennung bestätigt. Doch bis dann der bürokratische Ablauf abgeschlossen ist, kann es noch dauern! Aber der erste Schritt ist getan. Ich bin dankbar für die Unterstützung des LED, der den Bau finanziert hat, und für die Mithilfe der Dorfbewohner.

Collège Ndioum: Unser Projekt der letzten 2 Jahre ist nun abgeschlossen! Wir konnten 9 Klassenzimmer für 750 Schüler bauen sowie 5 Toiletten und ein Büro. 3 Klassenzimmer sind noch im Bau, finanziert von den Eltern und der Gemeinde. Wir waren im November zu der offiziellen Einweihung eingeladen, zu der mehrere offizielle Vertreter des Departements und den Schulen eingeladen waren, sowie Elternvertreter und natürlich viele Schüler! Das Fest hat nicht im Schulgelände stattgefunden, sondern am Ufer des Flusses. Dort wurden wir von Reitern begrüsst und feierlich zum Festplatz geleitet. Gerade als wir anfangen wollten, gab es einen Stromausfall (kein Lautsprecher, kein Mikrophon), was im Senegal an der Tagesordnung ist, deswegen hat sich das ganze Programm in die Länge gezogen. Aber wir wurden dann entschädigt mit vielen traditionellen Darbietungen, z.B. einem „Tanz der Fischerboote“ auf dem Fluss, tanzenden Pferden und viele traditionellen Gesängen und den alten Musikinstrumenten. Wie immer wurden viele Ansprachen gehalten, in denen vom Samenkorn gesprochen wurde, das wir gepflanzt haben und wir nun schon sehen können wie die Pflanze wächst. Alle Beteiligten werden sich bemühen, dass diese Pflanzen dann auch Früchte tragen. Unser Engagement wurde als sehr aussergewöhnlich bezeichnet und die Dankbarkeit ist unbeschreiblich gross, das habe ich ja schon im letzten Reisebericht geschrieben. Reich beschenkt und mit vielen Eindrücken ging dieser Tag mit fröhlichem Tanzen zu Ende.

Dorf Kopé: Ueber dieses Dorf habe ich im letzten Bericht Näheres geschrieben. Die Bewohner brauchten unbedingt ein neues Boot, das wir dieses Jahr gekauft haben. Es wurde von der Gemeinde Mauren finanziert – DANKE. Natürlich wollten wir dieses Boot sehen, und ich wollte auch eine kleine Ausfahrt auf dem Senegal-Fluss darin machen. Zunächst war ich enttäuscht wie klein es ist, aber die Bewohner haben es gekauft und sind sehr zufrieden und dankbar. Auch ihr Leben hat sich wesentlich verbessert durch diese Anschaffung. Der Empfang im Dorf war überaus herzlich, mit Trommeln auf umgestülpten Blechschüsseln und Tanzen und Singen. Als Geschenk bekam ich von der Präsidentin der Frauengruppe ein selbst besticktes Tuch – ein wahres Kunstwerk! Die Bewohner von Kopé haben nun an uns eine offizielle Bitte um Unterstützung für den Bau einer kleinen Gesundheitsstation vorgebracht. Wir haben gesehen, dass es im Dorf nur ein kleines Lehmhaus mit einem Raum gibt, ohne Inventar, in dem die Impfungen durchgeführt werden. Eine junge Hebamme hilft den Frauen bei den Entbindungen, die zu Hause stattfinden. Für eine medizinische Behandlung müssen die Leute nach Ndioum gebracht werden. Gerne würden wir dort helfen, vor allem nachdem ich gehört habe, dass es einen staatlich geprüften Krankenpfleger gibt, der gerne in sein Dorf Kopé zurückkehren würde. Es fehlt im Moment „nur“ das Haus, in dem er arbeiten kann. Ich bin dabei verschiedene Dinge abzuklären und würde mich freuen, wenn wir dieses Projekt durchführen könnten.

Kind Olel: Der kleinen Olel haben wir eine Toilette/Dusche gebaut und die ganze Familie ist glücklich darüber und sehr dankbar. Die Familie ist sehr arm, aber bei unserem Besuch waren wir beeindruckt wie sauber alles ist. Wir konnten ihnen schöne T’Shirts und Sweatshirts schenken, die der Switcher Shop in Schaan gesponsert hat. Dank unseren Medikamenten ist die kleine Olel meistens schmerzfrei und kann nach wie vor zur Schule gehen.

Neues Projekt: Im letzten Brief habe ich geschrieben, dass wir als neues Projekt die Schule von Olel ausbauen wollen. Inzwischen hat sich für diese Schule ein anderer Sponsor gefunden. Wir bauen nun im Quartier, in dem unser Projektleiter wohnt, 2 neue Klassenzimmer für die aus 10 Klassen bestehende Primarschule. Dort gibt es seit 3 Jahren zwei  provisorische Klassenzimmer. 2011 habe ich schon eine Anfrage deswegen erhalten, doch zu dem Zeitpunkt war der Bau des Collège wichtiger.  Wir haben im September mit dem Bau eines Klassenzimmers angefangen, das bei unserem Besuch gerade verputzt wurde. Am Vaduzer Weihnachtsmarkt verkauft „Garndrang“ selbstgestrickte Mützen für den Bau des 2. Klassenzimmers. Der Direktor der Schule und ein paar Lehrer haben uns ihre Schule gezeigt und dabei auch erwähnt, dass diese Schule zu den besten Primarschulen des Departements gehört. Sie haben erreicht, dass meistens 100% der Schüler den Uebertritt in die Realschule schaffen. Das ist im Senegal aussergewöhnlich und nur dank einem engagierten Lehrerteam  möglich. Diese Schule hat es verdient, dass wir den Kindern bessere Bedingungen für einen geregelten Unterricht ermöglichen. Beim Rundgang haben wir zwei Klassenzimmer gesehen, die zwar seit 3 Jahren gebaut sind, aber noch keinen Betonboden haben. Sie wurden von den Eltern finanziert und in Eigenleistung gebaut. Die Kinder leiden sehr unter dem Staub und die Lehrerin ist viel krank deswegen. Wir werden in den Weihnachtsferien den Boden betonieren.

Doch neben den erfolgreichen Projekten im Senegal gibt es auch noch sehr Erfreuliches aus Liechtenstein zu berichten. Dank der Vereinsgründung konnten wir am LGT Award mitmachen, der dieses Jahr ausgeschrieben war. Der ganze Ablauf war recht aufwändig, denn es mussten Fragebögen beantwortet werden, eine Dokumentationsmappe präsentiert werden und nach einem Ausschlussverfahren durften wir unsere Projekte am Schluss noch persönlich vorstellen. Der LGT Award wurde dann ans Hilfswerk Liechtenstein vergeben, die Frauen haben diese Anerkennung wirklich verdient. Doch TERANGA Senegal gehörte zu den 3 Vereinen, die sich persönlich vorstellen durften, und wir haben als Anerkennung für unser Engagement im Senegal ein Klassenzimmer von der LGT finanziert bekommen – dafür sagen wir herzlichen Dank!

Ein weiterer Höhepunkt war dieses Jahr der Besuch von unserem Projektleiter Malick Gueye in Liechtenstein. Es war nicht einfach das Visum zu bekommen, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Malick war es wichtig hier möglichst vielen treuen Spendern zu danken. Und für uns war es wichtig, dass die Spender den wichtigsten Mann für unsere Projekte persönlich kennenlernen konnten, dafür haben wir einen kleinen Apéro im Pfadiheim in Mauren organisiert, waren im SZU, in der Primarschule Mauren und auch im Sulzberg. Alle Begegnungen waren sehr eindrücklich und klingen noch heute bei Malick nach. Er war natürlich sehr beeindruckt von unserm Standard und es wurde ihm sehr bewusst wieviel Senegal aufholen muss. In den Schulen hat er gemeint, dass ein Schüler, der so viel geboten bekommt, doch einfach erfolgreich sein muss im Leben. Wir wissen, dass es nicht unbedingt so ist. Neben vielen kleinen Ausflügen in unsere schöne Bergwelt konnten wir auch das Fürstenfest geniessen und sogar ein paar Worte mit I.K.H. Sophie von Liechtenstein wechseln. Von allen Seiten reich beschenkt ist er nach 3 Wochen mit vielen Eindrücken von einer anderen Welt wieder nach Hause gereist.

Kurz nach der Abreise von Malick haben mich die jungen Leute von „Garndrang „ kontaktiert (sie haben in der Zeitung von uns gelesen) ob wir ein Projekt für nächstes Jahr haben. Sie würden gerne ihre selbstgestrickten und gehäkelten Mützen am Vaduzer Weihnachtsmarkt für ein gezieltes Projekt verkaufen. Da wir gerade die Primarschule in Ndioum ausbauen wollen, hat das natürlich wunderbar gepasst. Wir haben uns getroffen und waren uns sympathisch – jetzt ist jede verkaufte Mütze ein Stein für ein Klassenzimmer! Sicher werdet ihr nach Weihnachten in den Zeitungen lesen können ob wir ein Klassenzimmer finanzieren konnten. Herzlichen Dank an „Garndrang“!

So wird dieses Jahr sehr erfreulich abgeschlossen. Ich bin voll Dankbarkeit für alle wunderbaren Begegnungen, alle Geld- und Sachspenden und blicke voll Zuversicht ins Neue Jahr. Am 21. Februar geht es schon wieder nach Senegal, die Jahresabrechnung muss gemacht werden und vielleicht können wir schon das neue Klassenzimmer einweihen.

Euch allen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr,  verbunden mit meinem aufrichtigen Dank für eure Unterstützung, ohne die gar nichts möglich wäre. Euer Vertrauen gibt mir Kraft und ist ein grosses Geschenk für mich.

Mit herzlichen Grüssen

Ute Wild

  Wir können keine grossen Dinge tun – nur kleine, aber die mit grosser Liebe

                                                                                                                 (Mutter Theresa)

 

 

 

 

 

 

 

 

Jahresbericht 2013

Liebe Freunde und Gönner von TERANGA Senegal

Es freut mich ganz besonders, dass ich euch heute mitteilen kann, dass wir seit dem 14. Juni 2013 ein eingetragener Verein sind und nun auch Spendenbestätigungen ausstellen. Dies ist mein Dankeschön an alle meine treuen Gönner, ohne die unsere Projekte nicht möglich wären.

Unser Vorstand setzt sich aus 5 Mitgliedern zusammen: Präsidentin Ute Wild und die Vorstandsmitglieder Rainer Wild, Margot Gritsch, Rita Willinger und unser Mitarbeiter im Senegal Malick Gueye. Ihnen sage ich auf diesem Weg auch herzlichen Dank, dass sie sich zur Verfügung gestellt haben und mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auf das Jahr 2013 blicke ich mit viel Dankbarkeit und Freude zurück. Ich durfte so viel Schönes erleben, und meine gesteckten Ziele sind sogar übertroffen worden. Im letzten Bericht habe ich schon von den Spendenaktionen der Schule Mauren und Sulzberg berichtet, dann kam im April die wunderbare Ausstellung von Hermy Geissmann in Eschen, die ein sensationelles Ergebnis erzielte. So etwas ist wirklich einmalig und ich danke Hermy von ganzem Herzen für ihre Grosszügigkeit. Jetzt im November hat das SZU Eschen an der EWA selbstgemachte Sachen für TERANGA  Senegal verkauft, und auch da kam eine stattliche Summe  zusammen. Bei den fleissigen Schülern und auch den Lehrern bedanke ich mich ganz herzlich für ihr Engagement! Ausserdem hatte ich das grosse Glück, dass ich von einigen privaten Gönnern grosszügig unterstützt wurde. Allen sage ich an dieser Stelle herzlich DANKE – es wurde mit eurer Hilfe sehr viel  erreicht für die Schüler in Ndioum.

Wir konnten dieses Jahr für das Collège in Ndioum 3 neue Klassenzimmer bauen, ein Lehrerzimmer und 3 neue Toiletten. Jetzt haben wir total 5 neue Klassenzimmer. Das ist weit mehr als wir uns erhofft hatten und die Freude und Dankbarkeit im Lehrerkollegium und den Eltern und Schülern ist grenzenlos. Leider kann ich euch in diesem Brief nicht wirklich vermitteln was ich bei meinem letzten Besuch in Ndioum erlebt habe. Die Eltern, Lehrer und Schüler haben mir zu Ehren ein Fest organisiert, um mir zu zeigen wie wichtig unsere Hilfe für sie ist. Ohne uns gäbe es diese Schule so nicht. Wie immer waren auch Vertreter des Ministeriums und der Bürgermeister da und es gab viele Dankesreden. Doch das Eindrücklichste für mich war der Inhalt dieser Ansprachen. Es wurde immer  wieder darauf hingewiesen wie wichtig es ist, dass man mit guter Schulbildung etwas aus seinem Leben macht. Und zwar nicht nur in Bezug auf ein Studium, sondern auch für Handwerker und Bauern sei es wichtig  eine gute Wissensbasis zu haben, um erfolgreich wirtschaften zu können. Die Schüler werden so immer wieder motiviert ihre Stärken zu erkennen und darauf aufzubauen. Ich konnte spüren was für ein guter Geist  in dieser Schule herrscht. Alle wollten mir zeigen, dass sie es wert sind unterstützt zu werden. Doch das allergrösste „Geschenk“ war für mich, dass das Lehrerkollegium und die Eltern beschlossen haben mit ihren Mitteln (z.B. Einschreibegebühr der Schüler und Spenden) 3 Klassenzimmer zu bauen! Dieses Jahr haben sie das Fundament und die Wände gemauert, nächstes Jahr reichen die Mittel dann für das Dach und die Zementierung des Bodens. Bis dahin muss ein Strohdach genügen und der Sandboden, aber das ist immer besser als die 4 Schilfmattenprovisorien, die weiterhin nötig sind, damit  alle 700 Schüler am gleichen Ort unterrichtet werden können. 12 Klassen haben eigene Klassenzimmer und 2 Klassen sind sogenannte „Springer“, die immer wieder das Klassenzimmer wechseln müssen. Eine Klasse hat im Durchschnitt 55 Schüler. Unser Ziel ist es nach und nach die Schilfmattenprovisorien zu ersetzen. Das Ministerium hat auch ein Budget für diese Schule und stellt im Moment Lehrer, Schulbänke und Schulmaterial, wenn auch nicht immer genügend.  Im 5- Jahresplan ist der Bau von weiteren Klassenzimmern für dieses Collège geplant, was sehr wichtig wäre, da die Schülerzahlen sich ständig erhöhen und die Klassen zu gross sind. Zum Abschluss begleiteten mich die Schüler, Lehrer und viele Eltern nach Hause, quer durch das ganze Dorf, singend und klatschend. Der Direktor meinte, da sei sein „Protestmarsch“. Er wolle so darauf aufmerksam machen, dass diese Schule nur dank unserer Hilfe  existiert. Wir werden Anfang 2014 noch ein 6.Klassenzimmer bauen können dank der EWA  und einer grosszügigen privaten Spende.

Ich habe diesem Projekt so viel Raum gegeben, da wir beschlossen haben auch in Zukunft unsere Spenden für den Bau dieser Realschule zu verwenden. Sie ist hoffentlich  ein kleines Mosaik für eine bessere Zukunft im Senegal.

Doch auch in meinen anderen Projekten bewegt sich sehr viel. Die Gesundheitsstation in Alwar wird vom Staat übernommen, sobald wir dort einen staatlich geprüften Leiter haben. Unser jetziger Leiter hat vor 3 Jahren die praktische Prüfung nicht bestanden und seine Idee, dass er per Fernstudium das Schuljahr und die Prüfung nachholen kann, ist wegen der hohen Anforderungen nicht durchführbar. Nun müssen wir eine andere Lösung finden, denn den Dorfbewohnern und mir ist es wichtig, dass dieser Gesundheitsposten endlich ein  Poste de Santé d’Etat wird. Dafür haben sie sich ja Anfang des Jahres stark gemacht. Wir haben einige Ideen miteinander besprochen, im Februar werde ich Genaueres berichten können. Grundsätzlich ist die Station sehr gut geführt und ich habe mit Freude gesehen, dass im Oktober 132 Konsultationen waren, 15 Geburten und 10 stationäre Behandlungen. Das ist weit mehr als in den vergangenen Jahren, die Station ist nun von allen sehr gut angenommen. Schon jetzt  bekommt die Gesundheitsstation die  Medikamente vom Staat (nicht optimal, aber sie sind zufrieden), doch leider haben sie immer zu wenig Verbandsmaterial. Wenn jemand übrige Pflaster, Mullbinden und Elastikbinden hat, ich nehme sie gerne mit.

Im März habe ich geschrieben, dass die Lehrer von Alwar sich eine Bibliothek wünschen. Dank diesem Aufruf war ein Ehepaar bereit mit seiner Spende den Grundstock für diese Bibliothek zu legen. Doch als ich jetzt in Alwar war und die Details der Anschaffung mit den Lehrern besprach, stellte sich heraus, dass sie von Schulbüchern sprachen, nicht von Belletristik! Sie haben sage und schreibe für 2 Klassen gar keine Schulbücher und für die anderen Klassen zu wenig. Ich war total schockiert. Leider ist es so, dass die Volksschulen auf den Dörfern nicht so viel Lehrmittel bekommen wie die höheren Schulen oder die Universität. Jetzt schaffen wir erst mal die nötigen Schulbücher an, die in einem abschliessbaren Schrank versorgt werden. Die Kinder erhalten sie nur zum Unterricht und zum Hausaufgaben machen in der Schule.  Das war eins von meinen weniger schönen Erlebnissen, aber natürlich ist auch das Senegal.

Eine grosse Anschaffung war die Hirseschälmaschine für die Frauengruppe in Mbettite. Sie wurde leider etwas verspätet geliefert, so konnte ich sie dieses Mal noch nicht anschauen. Doch ich habe ein langes Gespräch mit dem Pfarrer geführt, der alles organisiert hat. Theoretisch ist alles auf gutem Wege mit der Verwaltung der Maschine, ich bin sehr zufrieden wie sie das alles in die Hand nehmen.

Im Februar bei meinem nächsten Besuch in Mbettite kann ich mir dann selbst ein Bild machen ob die Durchführung auch so gut klappt! Sehr beeindruckt war ich von den Frauen, als sie mir  wie  verabredet ihren ganzen Kredit plus ihren gesamten Gewinn der letzten Jahre überreicht haben. Wir hatten verabredet, dass sie einen Teil der Maschine selbst finanzieren und dies in Raten abbezahlen. Ein  Anfang ist gemacht! Nun hoffe ich, dass sich durch diese Anschaffung die Lebensqualität der Frauen im Dorf  wesentlich verbessern wird. Mit dieser Maschine haben sie regelmässige Einnahmen, besonders da sie diese auch an andere Dörfer vermieten können, die noch keine Maschine besitzen.

Die Patenkinder  werden immer grösser und einige sind nun schon ins Gymnasium übergetreten, da sie gute Schüler sind. Nächstes Jahr werden es noch mehr sein und ich muss mich im Februar in den Schulen informieren ob ein Uebertritt ins Gymnasium Sinn macht, besonders bei den Kindern in Mbettite. Mathias ist sehr angeschlagen, er sieht kaum noch was und eine OP oder Brille ist keine Lösung. Ich war mit ihm in der Augenklinik und war sehr erschüttert als ich das hörte. Bei uns würde man auf Kosten der Krankenkasse viele Analysen machen und vielleicht doch einen Weg finden, aber in Senegal? Ich werde ihn mehr entlasten müssen, vielleicht hilft mir sein Bruder dabei. Mathias war während der ganzen Jahre korrekt, wenn auch immer etwas umständlich und in letzter Zeit habe ich bemerkt, dass er sehr belastet ist mit seiner Aufgabe als Verwalter der Finanzen für die Patenkinder in Mbettite und Mbour. Sicher werden wir im Februar eine gute Lösung für alle finden.

Meine einmaligen Projekte waren auch diese Mal wieder reine Freude und ich werde weiterhin Anfragen, die an mich herangetragen werden, gut prüfen und gerne an euch weitergeben. Ich habe das behinderte Mädchen mit Rollstuhl besucht und selbst gesehen wie sie strahlend darin sitzt, und die ganze Familie strahlt mit! Das sind Momente, die man nie vergisst.

Auch den Fischer in Lahel habe ich besucht und das schöne Boot gesehen, das er von unseren Spendengeldern mit Malick gekauft hat. Er wohnt direkt am Senegalfluss, am anderen Flussufer ist Mauretanien, weit weg von einem grösseren Ort und es ist dort extrem heiss! Die Grossfamilie  hat uns herzlich empfangen, und als Dank bekam ich drei riesengrosse Fische aus dem Fluss geschenkt.

Bei der Fähre nach Alwar ist das Seil gerissen und wir haben ganz kurz entschlossen ein neues gekauft, denn ohne diese Fähre ist Alwar nur auf einem Umweg von 40 km zu erreichen.

Im August haben wir  noch eine weitere Nähmaschine für  eine junge Frau gekauft, damit sie den Sprung in die Selbstständigkeit wagen kann. Alle diese einmaligen Projekte wurden dank sachbezogenen Spenden von lieben Freunden möglich.

Auch heute habe ich eine weitere Anfrage, die ich an euch weitergeben möchte. Die 12-jährige Tochter eines guten Bekannten in Ndioum hat die sogenannte Sichelzellenanämie, die nur Schwarze bekommen und die auf einen Gendefekt zurückzuführen ist. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Der Verlauf ist sehr verschieden, auf jeden Fall ist sie sehr schmerzhaft. Ich kann hier nicht Details beschreiben. Die Kleine kann gar nicht richtig laufen, da sie grosse Schmerzen im Hüftgelenk hat, und sie kann auch nicht in die Hocke gehen, was im Senegal unbedingt nötig ist um auf’s Klo zu gehen. Ich  habe gesehen wie die Familie wohnt, in traditionellen Hütten, zusammen mit 4 anderen Familien haben sie einen Abtritt (Klo kann man da nicht sagen) und eine Dusche! Gern würde ich der Familie ein eigenes Klosett zum Sitzen und eine Dusche bauen. So könnte das Mädchen wenigstens einigermassen beschwerdefrei auf’s Klo gehen. Gerne nehme ich sachbezogene Spenden für dieses Mädchen entgegen. Ich selbst sorge dafür, dass sie bei Bedarf die nötigen Schmerzmittel bekommt.

Immer  wieder werde ich gefragt wie die allgemeine politische Lage jetzt im Senegal ist. Sie ist stabil und die neue Regierung räumt mit den alten korrupten Abläufen auf. Das ist ein langwieriger Prozess, da jetzt erst das ganze Ausmass zum Vorschein kommt. Der  gute Wille der Regierung, wirklich etwas für die Bevölkerung zu verbessern, ist da. Ich hoffe nur, dass sie auch einen langen Atem hat und mit der Zeit nicht selbst wieder in die alten Muster zurückfällt. Doch der Landbevölkerung geht es leider noch nicht gut. Besonders vor der Regenzeit wurde mir erzählt, dass es viele Familien gibt, die nicht genug zu essen haben. Und dieses Jahr kam der Regen im Norden sehr spät und die Situation war recht dramatisch. Es wächst dann nichts mehr, und besonders die Bauern haben dann kein Geld, um die doch sehr teuren Grundnahrungsmittel zu kaufen.

Aber bei  jedem Besuch wird mir von allen Seiten gesagt, dass sich dank unserer Unterstützung die Lebensqualität in der Region um Ndioum verbessert hat. Und auch im Dorf Mbettite ist ein Aufschwung zu spüren. Die Bewohner können ihre Freude nur nicht so zeigen wie die Menschen im Norden, aber ich höre oft ein aufrichtiges „danke, Madame“.

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal bei allen meinen lieben Gönnern bedanken, die es mit  ihren Spenden und ihrem Interesse an der humanitären Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen, dass wir ein wenig Licht und Hoffnung in den schweren Alltag von so vielen lieben Menschen bringen können.

Die Projektarbeit ist nicht immer leicht, für beide Seiten, denn die Art und Weise etwas anzupacken und durchzuführen ist zu verschieden! Es sind viele Diskussionen und Kompromisse nötig und viel Toleranz  damit  mit dem Endergebnis beide Teile zufrieden sind. Im Senegal reicht es wenn etwas einigermassen funktioniert, ob es dann auch gut aussieht, spielt keine Rolle. Das ist ein Dauerthema mit meinem lieben Mitarbeiter Malick Gueye. Er gibt sich redlich Mühe, aber da er Senegalese ist, versteht er nicht immer wirklich was ich meine (auch wenn er es behauptet). Doch er ist loyal und identifiziert sich sehr mit unseren Projekten und ist dadurch eine grosse Hilfe für mich.

Ich wünsche euch allen ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr!

Mit einem aufrichtigen DANKE für die grosse Unterstützung, die mir Kraft und Mut gibt und herzlichen Grüssen

Ute Wild

Jahresbericht 2012

Liebe „teranga“ – Freunde

Auf das vergangene Jahr schaue ich mit grosser Dankbarkeit und Freude zurück. Es war ein wichtiges Jahr der Reflektion und Neuausrichtung für mich und meine Mitarbeiter im Senegal. Und schliesslich Ende des Jahres auch eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Vertrauen, das mir von allen Seiten entgegen gebracht wird, motiviert mich meinen eingeschlagenen Weg weiter zugehen und mein Bestes zu geben.

Wie ich schon im Februar angedeutet habe, lege ich in Zukunft meinen Schwerpunkt auf den Ausbau von Schulen. Die gewissenhafte Begleitung und Kontrolle zu vieler verschiedener Projekte ist kräftezehrend und zeitaufwändig. Es ist mir wichtig, dass die Nachhaltigkeit bei meinem Engagementgewährleistet ist. Meine laufenden Projekte sind für mich eine Freude, denn sie werden auch im Senegal gut verwaltet. Und beim Ausbau der Realschule in Ndioum habe ich Gott sei Dank besonders dynamische Personen an meiner Seite, so kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass wir gemeinsam daran arbeiten den Kindern die Möglichkeit für eine bessere Zukunft zu geben.

Direktor (sitzend)der Realschule Es freut mich sehr, dass die TERANGA Projekte dank der Unterstützung von Anikó Stalder ein Logo bekommen haben. Ich habe ganz bewusst „TERANGA Schulen für Senegal“ gewählt, denn dafür werden die Spenden, wie schon erwähnt, in Zukunft verwendet werden. Die Hände bilden in der Mitte ein Haus, die Finger sind nicht aneinander gelegt, was das Geben und Nehmen als Miteinander symbolisiert. Auch die Bedeutung des Wortes Teranga = Gastfreundschaft ist damit ausgedrückt. Eine Homepage ist mit Dominique Stalder in Arbeit, beide sehen ihr Engagement als Beitrag zu meinen Projekten, ich sage ihnen dafür vielen Dank!

Mein Jahresbericht kommt dieses Jahr etwas verspätet, da ich erst Anfang Dezember von meinem letzten Aufenthalt in Senegal zurückgekommen bin. Der Grund für meine Reise war ein sehr erfreulicher, ich durfte 2 neu erbaute Klassenzimmer der Realschule in Ndioum einweihen. Bei meinem letzten Besuch im Januar dieses Jahres wurde ich auf die prekäre Situation dieser Schule aufmerksam gemacht. In meinem letzten Brief habe ich ausführlich darüber berichtet. Die meisten Schüler haben trotz grösster Schwierigkeiten das Klassenziel erreicht, da sie 4 Wochen nachdem die Ferien schon angefangen hatten, noch Intensivunterricht bekommen haben. Alle Lehrer und Schüler waren voll motiviert, da sie gesehen haben, dass 2 neue Klassenzimmer im Bau waren. Ehe ich ausführlich über diese Schule berichte, möchte ich mich zuerst ganz herzlich bei allen bedanken, die es ermöglicht haben, dass dieser Bau entstehen konnte.

2 neue Klassenzimmer Ganz besonders hat es mich gefreut, dass der Arbeitskreis Ehe und Familie der Gemeinde Sulzberg/ Vorarlberg den Erlös des Suppentages für mein Projekt zur Verfügung gestellt hat. Das war der Grundstein für ein Klassenzimmer. Dazu kamen wie durch ein Wunder weitere grössere Spendenbeträge, die notwendig waren für den Bau der Schule. Allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“!

nun zu meiner Reise :
nach 2 Tagen der Akklimatisation in „meinem“ kleinen Hotel in Mbour bin ich in den Norden Senegals gefahren. Ich habe wieder das Buschtaxi (die traditionelle Art zu reisen in Senegal) genommen und nach 9 Stunden waren wir in Ndioum. Gott Xpress money locations sei Dank war das Klima einigermassen erträglich, d.h. tagsüber zwischen 30 und 35 °und nachts sogar recht frisch, sodass ich gut schlafen konnte. Wir haben uns noch am gleichen Tag mit dem Direktor der Realschule getroffen, der uns mit sehr viel Elan begrüsste. Er wollte unser kleines Einweihungsfest gut vorbereiten und war sehr interessiert etwas über Liechtenstein und meine Spender zu erfahren. Es war mir wichtig, ihm klar zu machen,
dass die Finanzierung der Neubauten nur dank dem guten Willen vieler Menschen in meinem Bekanntenkreis möglich ist und wir auch von Seiten der Bevölkerung in Ndioum Mithilfe und Unterstützung benötigen, um unsere Ziele zu erreichen. Er hat das dann am Fest gut kommuniziert in dem Satz: „Gemeinsam sind wir stark und können Träume verwirklichen“. Ich konnte mich selbst überzeugen, dass diese Worte ernst gemeint waren, denn die Elternvereinigung hat mit Hilfe der Gemeinde den Bau von 2 Toiletten angefangen und in den 4 provisorischen Klassenzimmern, die sie Anfang des Jahres gebaut haben, wurde unterrichtet. Unterricht im prov. Klassenzimmer Der Direktor hatte sein „Büro“ (ein Tisch und 2 Stühle) unter 2 Bäumen mitten auf dem Terrain für die Neubauten eingerichtet. So zeigte er seine Präsenz und hatte Kontrolle über den Unterricht der Klassen. Die 2 neuen Räume sind nun die Klassenzimmer der Abschlussklassen, damit diese ungestört lernen können, bei Bedarf auch ausserhalb der Schulzeiten. Die Schüler sind sehr stolz, dass sie die ersten sein werden, die aus dieser neuen Realschule den Uebertritt ins Gymnasium schaffen oder hoffentlich einen Beruf erlernen können mit ihrem Realschulabschluss. Im Moment werden also 6 Klassen auf dem neuen Terrain unterrichtet. Weitere 3 Klassen sind von der Gemeinde in einem anderen Gebäude eingemietet, das etwas entfernt liegt. Der Direktor schaut jeden Tag nach allen Klassen motiviert elaguilablanca.com.ar Lehrer und Schüler. Er ist wirklich ein Idealist, unsere Hilfe fällt bei ihm auf fruchtbaren Boden. Das motiviert mich auch, nicht müde zu werden, um hier für den Bau von weiteren Klassenzimmern Spenden zu sammeln. Wir müssen uns vorstellen, dass wir damit 512 Schülern helfen in sicheren Räumen zur Schule gehen zu können – für mich sind die strahlenden, dankbaren Kinder immer wieder eine Belohnung für alle Strapazen.
Die Einweihung dieser neuen Klassenzimmer war ein grosses Ereignis für die ganze Gemeinde. Der Direktor hatte die Lehrer aller anderen Schulen, den Bürgermeister und auch einen Vertreter des Schulministeriums dazu eingeladen. Der sagte zu mir: „Madame, sie haben den Stachel in unsere Haut gesetzt, wir wissen was unsere Aufgabe ist. Ich werde alles daran setzten, dass auch wir unseren Verpflichtungen nachkommen.“ Hoffen wir es….
Vertreter des Ministeriums Die Schüler haben 2 kleine Theaterstücke vorgeführt, es wurde gesungen und getanzt und natürlich viele Ansprachen gehalten! Ich hatte mir für 2012 zum Ziel gesetzt 2 Klassenzimmer in Ndioum bauen zu können, was mir dank eurer Unterstützung auch gelungen ist. Für 2013 ist mein Ziel weitere 2 Klassenzimmer zu bauen, und ich bin schon auf gutem Weg!
Als ich von Senegal zurückgekommen bin, hat mich eine Lehrerin der Primarschule Mauren angerufen und mir mitgeteilt, dass die Kinder ein Weihnachtsmusical aufführen werden und die Kollekte für meine Schulprojekte im Senegal gedacht ist. Sicher habt ihr in den Zeitungen von dem Riesenerfolg gelesen – CHF 3748.- war der Erlös! Das ist schon wieder ein halbes Klassenzimmer! Wir haben sofort mit den Bauarbeiten angefangen, denn auch in Sulzberg haben die Schüler und der Weltladen eine Weihnachtsaktion für mich gemacht, bei der ich von meiner Reise berichten konnte. Es wurde dazu Kaffe und Kuchen verkauft und es kamen weitere € 1050 zusammen. Nicht vergessen möchte ich mich bei allen zu bedanken, die mir dank privater Spenden regelmässig helfen, dass ein Stein auf den anderen kommt. Das alles ist nicht selbstverständlich, und ich bin sehr dankbar, dass mir und meinen Mitarbeitern in Senegal dieses Vertrauen entgegengebracht wird. Ich sehe bei jedem Besuch dass sich in diesen 2 Dörfern, die wir unterstützen, vieles verbessert hat. Nicht unterschätzen darf man auch die grosse Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die wir in den Menschen nähren. Das gibt ihnen Mut nicht aufzugeben trotz mancher Rückschläge. Sie lernen immer mehr für ihre Interessen zu kämpfen, die neue Regierung macht ihnen auch Mut. Ich habe das Gefühl, dass sich etwas bewegt in Senegal.
Leider haben wir mit der Gesundheitsstation unser Ziel- die staatliche Anerkennung- noch nicht erreicht. Doch ich konnte mich überzeugen, dass die Station gut geführt und immer besser von der Bevölkerung angenommen wird. Es gibt keine Hausgeburten mehr – ein grosser Fortschritt! Die junge Frau aus Alwar, die die Ausbildung zur Krankenschwester machen wollte, wurde von ihrem Mann gebremst, Gott sei Dank ehe sie angefangen hat! Doch es hat sich wieder wunderbar gefügt, dass genau während meines Besuchs eine junge Frau mit der Bitte an mich herantrat ob ich ihr nicht dabei helfen könnte eine Krankenschwesterausbildung zu machen – das sei ihr Wunsch seit sie die Schule
vor 4 Jahren abgeschlossen hat. Da ich die Ausbildungskosten schon im Budget hatte, konnte ich ihr zusagen und sie hat schon angefangen! Auch sie ist 4seohunt.com/www/teranga.li gebürtig von Alwar, wohnt aber nun in Ndioum.
Ich habe ein gutes Gefühl bei dieser jungen Frau, wir haben uns lange unterhalten, sie ist interessiert und spricht fliessend Französisch. Die Patenkinder und Frauengruppen werde ich bei meinem nächsten Aufenthalt Ende Februar besuchen. Dann begleiten mich zwei liebe Bekannte, sie haben so die Gelegenheit einen Einblick in senegalesische Familien zu erhalten. Fünf Patenkinder haben wieder den Uebertritt in die Realschule geschafft, das freut mich natürlich sehr!

Hiermit möchte ich an alle, die eventuell auch interessiert sind einmal mit mir nach Senegal zu reisen, eine Einladung aussprechen. Wenn jemand bereit ist sich auf die Herausforderungen eines Entwicklungslandes einzulassen (wenig Komfort, aber herzliche fröhliche Menschen, die einen mit offenen Armen willkommen heissen), dann werde ich gerne zeigen, was alles in den letzten Jahren mit eurer Unterstützung entstanden ist.

Zum Schluss möchte ich euch allen , die ihr mich regelmässig unterstützt und mir Kraft und Mut gebt für diese wunderbare Lebensaufgabe, ein frohes, gesundes, friedvolles Neues Jahr wünschen. Es geht uns hier so gut , und ich spüre immer wieder , dass dieses Bewusstsein auch viele Menschen animiert etwas abzugeben . danke !

Ich werde mich weiterhin mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Ziele, die ich mir gesetzt habe, auch verwirklicht werden können. Meine Freunde im Senegal sagen immer: “Wir legen alles in Gottes Hand“ und genauso wollen wir es machen! Mit lieben Grüssen bis zum nächsten Brief im April.

UTE

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Jahresbericht 2011

Jahresbericht 2011 der Teranga-Projekte im Senegal

 

Liebe Freunde Senegals,

es ist nun schon eine Tradition, dass ich euch am Ende des Jahres eine Zusammenfassung meiner Projekte im Senegal gebe.

Dieses Jahr im Februar war ich ja mit meinem Mann dort und habe damals ausführlich über unsere Reise berichtet.

fertiger neubau von 2 räumen Die Klassenzimmer in Mbettite waren damals noch nicht ganz fertig. Sie sind gleich nach unserem Besuch fertig gestellt worden, und das ganze Dorf ist natürlich sehr zufrieden und dankbar, dass die Provisorien nun ausgedient haben.

Dank vieler Spenden hat sich in Alwar einiges getan, und zwar in der Mutter-Kind-Station. Es wurden der Strom und auch die Wasserleitung in die Station gelegt, das war eine der Bedingungen für die staatliche Anerkennung. Auch mit dem Bau des Hauses für den Stationsleiter wurde begonnen. Vor der Regenzeit wurden die Ziegel hergestellt, und das Lagern während der Regenzeit tut ihnen scheint’s gut. Die Hitze ist dann enorm, trotz Regen werden die Ziegel deswegen härter. Jetzt werden gerade zwei Zimmer mit Stromanschluss und eine Küche gebaut. Bis ich das nächste Mal komme, ist sicher alles fertig.

Inzwischen haben wir schon wieder einen neuen Leiter. Leider hat sich der andere, den ich im Februar kennengelernt habe, nicht an die Abmachungen gehalten. Gott sei Dank hat die Gesundheitskommission gut reagiert und ihn gehen lassen, obwohl sie danach 4 Wochen keinen Leiter hatten. Jetzt ist die Stelle mit einem Mann aus Ndioum besetzt, der sehr gewissenhaft arbeitet und gerne in Alwar ist. Gerade in der Regenzeit war es enorm wichtig, dass der Posten besetzt war, da das Dorf dann  von der Umwelt abgeschnitten ist und viele Malariafälle auftreten.

neues team der gesundheitsstation Ich bin sehr zufrieden und auch ein wenig stolz wie gut die Bewohner diesen Gesundheitsposten verwalten. Sie nutzen mein Vertrauen nicht aus.

Von den Patenkindern gibt es auch Erfreuliches zu berichten. Bis auf ein Mädchen, das schon immer eine schlechte Schülerin war, haben alle Kinder den Uebertritt in die Sekundarschule geschafft. Das ist sicher nur möglich weil die Kinder den Förderunterricht dank unserer Hilfe besuchen können.

Die letzte Prüfung haben die Armen bei Temperaturen von bis zu 45°C (!) gemacht. Das ist schon eine enorme Leistung.

Leider wurde ein Mädchen aus Ndioum im September krank (eine genaue Diagnose erhält man nicht) und musste teure Medikamente haben. Dank spontaner Unterstützung von 2 Patinnen und mir und meinem Mann geht es dem Kind nun wieder einigermassen gut. Ich werde bei meinem nächsten Besuch Genaueres erfahren.

Fatima, unser Sorgenkind Inzwischen hat sich ein neues Problem in Ndioum ergeben. Da jetzt immer mehr Kinder zur Schule gehen und auch in die Sekundarschule wollen, ist die bestehende Schule zu klein. Die 4 Klassen müssten doppelt geführt werden, es hat aber nur 4 Räume. Letztes Jahr haben sie sich die Räume mit der Oberstufe (bis zur Matura) und einer Primarschule geteilt, was keine Lösung war. Lehrer und Schüler waren überfordert. Für dieses Schuljahr hat die Elternvereinigung einen Aufruf an alle Eltern gemacht, dass sie sich am Bau von provisorischen Klassenzimmern beteiligen. Alle haben zusammengelegt was sie konnten und mit Strohmatten 4 Klassenzimmer errichtet. provisorisches Klassenzimmer Aber es fehlen noch die Tische und Bänke, im Moment sitzen die Schüler auf dem Boden. Da ich lcarnitine.org wieder viele Spenden im Laufe des Jahres erhalten habe, war ich in der Lage das Geld für 100 Tische und Bänke zu überweisen. Die Möbel sind nun bei den einheimischen Handwerkern in Arbeit. Da das ganze Material von Dakar angeliefert werden muss, sind die Ausgaben erheblich. Es wäre etwas günstiger die fertigen Möbel in Dakar einzukaufen, aber es ist mir wichtig, dass die Leute vor Ort einen Verdienst haben.

Ich möchte in diesem Brief gerne nochmals daran erinnern, dass es mir ein grosses Anliegen ist weitere Schulen in Ndioum und Umgebung auszubauen. Ein Klassenzimmer kostet 6’000.- Euro. Wenn jemand von euch Beziehungen zu Personen oder Institutionen hat, die gerne für die Bildung der Kinder im Senegal etwas tun möchten, lasst es mich bitte wissen. Gerne nehme ich dann Kontakt für nähere Informationen auf.

Am 25.9. habe ich als Dankeschön für meine Spender(innen) zusammen mit einer Bekannten ein kleines Konzert organisiert. Sie spielte auf Renaissance-Instrumenten und dazwischen las eine Freundin afrikanische Geschichten vor. Es war ein bewegender Abend, der noch lange bei allen nachklang. Ich hatte im Vorfeld meinem Projektleiter Malick erzählt, dass wir an diesem Abend besonders mit ihnen verbunden sind und in Gedanken zu ihnen auf Besuch kommen. Erzählte das in Alwar und die Bewohner entschlossen sich spontan, sich genau zur gleichen Zeit auch zu versammeln und in Gedanken bei uns zu sein. Als ich meine Einführung gemacht hatte und gerade an Mechthild Neufeld v. Einsiedel übergeben wollte, klingelte das Telefon und Malick sagte mir, dass die Dorfbewohner versammelt sind und für uns beten. Es war sehr berührend und für mich ein Zeichen, dass wir uns gegenseitig bereichern. Ndioum/Alwar ist ein kleines Fleckchen auf der Karte der Drittweltländer, und wir können mit unserer Hilfe sicher nicht die Welt verändern. Aber wir schenken so viel Hoffnung, Lebensfreude und wirkliche Verbesserung der Ist-Situation mit unserer Unterstützung, das dürfen wir nie vergessen. Ausserdem werden wir (insbesondere ich) ja auch immer wieder beschenkt mit viel Liebe und Respekt und Dankbarkeit von allen Seiten.

Ich würde mich freuen wenn wir auch im nächsten Jahr mit unserem kleinen Hilfswerk weitermachen könnten. Für jede Spende bin ich dankbar, es ist immer wieder erstaunlich wie viel damit in den letzten Jahren erreicht worden ist. Euer Vertrauen ehrt mich und spornt mich an noch ein wenig weiterzumachen, wenn es meine Gesundheit zulässt.

Alles, was bis jetzt geschaffen worden ist, wird auch weiter funktionieren wenn ich nicht jedes Jahr nach Senegal reisen kann, das ist eine grosse Beruhigung für mich. Die Grundstrukturen sind solide.

Nächstes Jahr sind im Senegal Wahlen, beten wir dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt und der amtierende Präsident nicht mehr an die Macht kommt. Das wäre dramatisch für das Senegal und würde sicher den Frieden des Landes gefährden.

Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen frohe und besinnliche Festtage und für das nächste Jahr gute Gesundheit, verbunden mit meinem tiefen Dank für eure Hilfe, die mich immer ermuntert weiterzumachen.

Mit herzlichen Grüssen

UTE

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Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2010 meiner Teranga-Projekte im Senegal

Liebe Freunde Senegals,

ein ereignisreiches Jahr liegt wieder hinter mir, von dem ich sagen kann, dass sehr viel Gutes erreicht wurde. Da ich von euch allen so grosszügig bei meinen Projekten unterstützt wurde, will ich euch auch an meiner Freude teilhaben lassen.

Als erstes die wirklich fast sensationelle Nachricht: in der Schule von Alwar ist es möglich gewesen 3 Klassenzimmer neu zu bauen plus Renovation der Toiletten, dazu noch einen Lagerraum für die Schulkantine und es wurden noch 40 neue Tische und Bänke angeschafft. Und das alles ausschliesslich mit privaten Spenden und einer grossartigen Bilderauktion mit der Primarschule Mauren!!! 3 neue klassenzimmer Ich bin so dankbar für diese Unterstützung, es grenzt fast an ein Wunder. Aber ich will auch nicht vergessen meinem Projektleiter Malick im Senegal einen ganz besonderen Dank auszusprechen. Er hat fast Unmögliches möglich gemacht. Die klimatischen Verhältnisse waren dieses Jahr extrem wie noch nie. Zuerst die Hitze bis zu 50°C mit starkem Wind, dann eine sehr starke und lange Regenzeit, in der Alwar von der Umwelt abgeschnitten ist, da die Fähre nach Ndioum nicht fahren kann. Doch es wurden immer wieder Lösungen gefunden, um Arbeiter und Material nach Alwar zu transportieren. Entweder mit Pirogen über den Fluss, was natürlich sehr gefährlich ist, oder auf Umwegen mit einem Allradauto 40 km auf überfluteten Sandpisten. verladen von 40 neuen schulmöbeln

Trotz aller Widrigkeiten waren die Bauarbeiten in sehr kurzer Zeit abgeschlossen. Im Januar wurde mit dem Fundament angefangen und im April konnten die Kinder schon in den neuen Räumen unterrichtet werden. Das Haus war zwar noch nicht verputzt, aber wichtig war ja die Sicherheit der Kinder. Bis im August waren dann auch die Toiletten saniert, das Haus verputzt und der Lagerraum für die Schulkantine fertig. Dazu noch eine Erklärung.

Die Schulkantine existiert seit einigen Jahren und wurde immer von einer amerikanischen Organisation finanziell unterstützt. Diese hat nun beschlossen, sich zurückzuziehen, will aber vorher der Schule die Möglichkeit zu geben, die Kantine selbst zu finanzieren. Die Organisation will eine Reisschälmaschine anschaffen, mit der sich regelmässig Geld verdienen lässt. Diese Einnahmen werden für die Anschaffung der nötigen Lebensmittel verwendet. Bedingung für diese Anschaffung war die Erstellung eines Lagerraumes. Das Dorf hat aber nicht genügend Geld, um den zu finanzieren und baten mich um einen Zuschuss. Nach eingehender Prüfung meiner Finanzen, beschloss ich den Bau dieses Lagerraums mit CHF 3000.- zu unterstützen, da ich die Idee sehr gut finde. So kommen die Frauen weg aus der Abhängigkeit von aussen.

Die Bevölkerung von Alwar ist erfüllt von grosser Dankbarkeit und hat mich gebeten auf diesem Weg allen Spendern ihren Dank auszusprechen. Sie werden uns regelmässig in ihre Gebete einschliessen, wünschen uns gute Gesundheit und ein langes Leben. danke der lehrer

Die letztes Jahr erbaute Mutter-Kind-Station wird sehr gut angenommen und wir haben noch eine 2. Lastwagenbatterie angeschafft und einen Konverter, damit wir einen Kühlschrank für die Medikamente mit unserem Solarstrom betreiben können. Leider musste der Leiter der Station entlassen werden, da er unzuverlässig war. Wir versuchen so schnell als möglich einen Ersatz zu finden, im Moment wird der Posten von Ndioum aus betreut, ist aber nicht regelmässig besetzt, was sicher keine gute Lösung ist.

Für den Gesundheitsposten in Ndioum habe ich für den Schulungsraum CHF 2000.- für die Anschaffung von Tischen, Stühlen und einem Flipchart gespendet. Der Leiter des Postens setzt sich sehr für Alwar ein und bildet Hebammen und Krankenpfleger aus.

Die 5 Frauengruppen arbeiten nach wie vor zuverlässig mit dem geliehenen Geld und sind sehr zufrieden. treffen in Walo

Im Dorf Mbettite wollten sie, wie ich im letzten Brief geschrieben habe, das Färben oder Nähen lernen und damit Geld verdienen. Das hat sich aber inzwischen als sehr kompliziert herausgestellt. Sie kamen nun mit einer Anfrage auf mich zu ob ich ihnen helfen kann, eine Schälmaschine für Hirse anzuschaffen, die sie dann vermieten können und damit Geld verdienen. Das ist sicher sinnvoll, denn so eine Maschine gibt es im Dorf noch nicht. Jetzt warte ich auf den Bescheid was so eine Maschine kostet, dann werden wir die Details der Finanzierung besprechen.

Im gleichen Dorf ist ja dieses Jahr das Dach eines Klassenzimmers eingestürzt und hat ein Kind getötet. Ich liess abklären ob nur ein neues Dach nötig ist oder ob es ein neues Gebäude braucht. eingestürztes Dach Die Bausubstanz ist so schlecht, dass die Renovation keinen Sinn macht. Ich habe mich bei meinem letzten Aufenthalt im Senegal im Oktober mit den zuständigen Personen getroffen und mir ein Bild von der Gesamtsituation der Schule gemacht. Ein Klassenzimmer ist gerade im Bau, aber es fehlen immer noch 2 Zimmer, die im Moment in Provisorien untergebracht sind. So haben wir den Neubau von wenigstens 1 Zimmer beschlossen, da ich im Moment nicht mehr Geld zur Verfügung habe. Die Kosten stehen noch nicht fest, da die Kostenvoranschläge abgewartet werden müssen. planung bau eines klassenzimmers

Bei meinem letzten Besuch wollte ich eigentlich zum Schuljahrsbeginn die Einweihung der neu gebauten Schule in Alwar vornehmen, aber es wurde nichts daraus. Ich war zwar im Senegal, aber es war so unerträglich feuchtheiss und die Fähren konnten immer noch nicht fahren, sodass es für mich ein zu grosses gesundheitliches Risiko gewesen wäre, die Reise in den Norden auf mich zu nehmen. Wenigstens konnte ich Mbettite besuchen, dann bin ich frühzeitig und ein wenig angeschlagen wieder in unser gemässigtes Klima zurückgekehrt.

So sah ich dieses Mal auch die Patenkinder nicht, aber ich habe gehört, dass 8 Kinder die Aufnahmeprüfungen in die Sekundarschule bestanden haben, was mich sehr gefreut hat. Es gibt aber auch schwächere Kinder, die wiederholen müssen und froh sind wenn sie die Primarschule 6 Jahre lang schaffen, was auch noch nicht gesichert ist. 2 Kinder mussten wir sogar aus der Schule nehmen, da sie schon 2 mal wiederholt haben. Das hat mich traurig gemacht, aber der Junge geht nun in eine Anlehre als Metallbauer und das Mädchen hilft halt daheim im Haushalt und es gefällt ihr viel besser als die Schule!

Und noch etwas ganz erfreuliches gibt es zu berichten. Dank einer sachbezogenen Spende war es möglich einer jungen Frau eine Nähmaschine anzuschaffen. Sie arbeitet fleissig mit der Maschine und hilft so mit die Familie zu ernähren. Ausserdem geht sie abends noch auf den Markt und verkauft Essen. Auf diese Weise wurde einer ganzen Familie geholfen. Fatou arbeitet begeistert mit ihrer neuen Maschine

Jetzt bleibt mir nur noch, Euch allen herzlichen Dank zu sagen für Eure grosszügigen Spenden. Ich fühle mich auch getragen von vielen guten Gedanken, die ihr mir mit auf den Weg gebt, das gibt mir Kraft für meine Reisen.

So wünsche ich euch allen eine frohe Vorweihnachtszeit und ihr hört von mir wie immer nach meinem nächsten Besuch im Senegal.

Herzliche Grüsse

Ute Wild

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Jahresbericht 2009

 Liebe Freunde Senegals,

am Ende eines sehr bewegten Jahres möchte ich euch gerne als erstes meinen Dank für eure finanzielle Unterstützung aussprechen, ohne die ich im Senegal gar nichts ausrichten könnte. Auch für die vielen Gespräche und  guten Gedanken, die mich immer auf meinen Reisen begleiten, möchte ich danken. Das alles gibt mir Kraft weiter zu machen und ein paar Familien dabei zu helfen, ihre Kinder zur Schule zu schicken oder die Möglichkeit zu geben, sich medizinisch versorgen zu lassen.

Dieses Jahr stand ganz unter dem Zeichen des Neubaus der Mutter-Kind-Station in Alwar. eingang zur station Es war für mich als Einzelperson ein sehr grosses Projekt, und ich kann mit Stolz sagen, dass es mir dank meiner verlässlichen Mitarbeiter vor Ort möglich war, diese Station im April in Betrieb zu nehmen. Es ist für unsere Verhältnisse nur ein kleiner Gesundheitsposten mit 4 Betten, aber es sind Medikamente für die häufigsten Erkrankungen vorhanden und auch die Möglichkeit für eine kontrollierte Geburt (Hygiene! und Hebamme) ist gegeben.

Die Bevölkerung des ganzen Umkreises ist so dankbar wie wir es uns gar nicht ausmalen können. Ich bekomme immer wieder Rückmeldungen, dass wir alle immer in ihre Gebete für gute Gesundheit und ein langes Leben eingeschlossen werden.

Aber neben diesem Schwerpunktprojekt habe ich unsere Patenkinder und die Frauengruppen nicht vergessen! Im Februar und April habe ich sie alle besucht und wieder kleine Geschenke wie Vitamine, Bleistifte und Kulis mitgebracht. Alle Kinder gehen regelmässig zur Schule und haben mir voll Stolz ihre Hefte und Prüfungen gezeigt. 2 Patenkinder sind dieses Jahr neu dazugekommen, nachdem 2 andere in die Sekundarschule wechselten, und sie sind sogar die Besten ihrer Klasse! Ousman ist Klassenbester

Die Verwaltung der Patenschaften klappt reibungslos, wofür ich sehr dankbar bin.

Trotz Teuerung versuchen Mathias und Malick mit dem zur Verfügung stehenden Geld auszukommen. Leider konnte ich auch dieses Jahr nicht beim Schulanfang am 8.Oktober dabei sein. Es ist immer ein ganz besonderes Ereignis, wenn alle Kinder mit ihren neuen Kleidern und Rucksäcken voll Stolz zur Schule kommen. Ich telefoniere an diesem Tag immer mit Mathias und Malick und höre die Rufe der Kinder und den Trubel im Hintergrund. Sie warten natürlich jedes Jahr darauf, dass ich kommen werde, und eines Tages werde ich es auch schaffen!

Die Frauengruppen machen mir nach wie vor grosse Freude, da sie sehr gewissenhaft mit ihren Krediten umgehen. Ich werde jedes Mal mit viel Jubel empfangen und es 4seohunt.com/www/teranga.li wird viel gelacht und erzählt. 2 Frauengruppen, die sich inzwischen vergrössert haben, hatten besonderen Grund Western union locations zur Freude. Ich konnte ihnen den Kredit aufstocken, was durch drei Spenden, die ich speziell für die Frauengruppen erhalten habe, möglich war. glückliche Frauen

Ausserdem haben wir als einmaliges Projekt dieses Jahr einem Bauern in Ndioum (Vater eines Patenkindes), den ich inzwischen recht gut kenne, ein Pferd gekauft. Diese Aktion wurde durch 2 grosszügige Spenden, die ich extra für diesen Zweck erhielt, ermöglicht. Die Situation der Familie hat sich dadurch ganz entscheidend verbessert, da der Vater nicht mehr jeden Tag zu Fuss zu seinen mehrere km entfernten Feldern gehen muss. Zusätzlich verdient er mit dem Vermieten seines Fuhrwerks noch was dazu. Pferd für einen Bauern

In Alwar wurden auf Initiative der Jugendgruppe (Studenten) im August 280, mit Spendengeldern finanzierte, Bäume gepflanzt. Wir haben im April einmal diskutiert  wie schlimm es ist, dass während der letzten 30 Jahre so viele Bäume abgeholzt wurden, um Holzkohle herzustellen. Die Wüste kann deshalb immer schneller vordringen, und der heisse Wind mit Sand fegt fast waagrecht über’s Dorf. Diesen Gedanken haben die Studenten aufgegriffen und dann zusammen mit Malick und einem Sachverständigen aus Ndioum die Pflanzung der Bäume organisiert. Sie sorgen auch dafür, dass sie bewässert und regelmässig kontrolliert werden bis sie gut angewachsen sind. Diese Aktion hat mich besonders gefreut, da die Jugendgruppe diese mit den Worten kommentierte:“ wir können nicht nur von Ute verlangen, dass sie sich für uns einsetzt, wir müssen auch selbst etwas dazu beitragen.“

Nach ein paar Monaten Ruhepause steht nun schon das nächste Projekt an.

In Alwar droht ein Schulhaustrakt mit 2 Klassenzimmern einzustürzen und die Lehrer wurden angehalten, nicht mehr darin zu unterrichten, da es zu gefährlich ist. Aber sie haben ja keine andere Wahl. einsturzgefährdetes gebäude

Bei der Einweihung der Mutter-Kind-Station wurde ich angefragt ob ich ihnen helfen könnte ein neues Haus zu bauen. Da ich zu der Zeit keine finanziellen Reserven hatte, sagte ich nur, dass ich versuchen werde Spender zu finden.

Inzwischen habe ich einige sehr grosszügige Spenden erhalten, die es mir ermöglichen, diese 2 Klassenzimmer Anfang nächsten Jahres zu bauen. Gerne hätte ich noch einen dritten Raum dazugebaut, als Bibliothek und Lernzimmer, aber dazu reichen meine finanziellen Mittel bis jetzt nicht aus. Vielleicht ändert sich das noch? So planen wir im Moment die 2 Klassenzimmer, die ja auch am wichtigsten sind.

Am Schluss meines Berichtes möchte ich euch von Herzen ein friedvolles, frohes Weihnachtsfest und einen schönen Jahresausklang wünschen.

Ich freue mich schon auf ein weiteres Jahr mit viel schönen Erlebnissen mit unseren Freunden im Senegal und lieben Spendern hier in FL!

Herzliche Grüsse

Ute Wild

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