Jahresbericht 2011

Jahresbericht 2011 der Teranga-Projekte im Senegal

 

Liebe Freunde Senegals,

es ist nun schon eine Tradition, dass ich euch am Ende des Jahres eine Zusammenfassung meiner Projekte im Senegal gebe.

Dieses Jahr im Februar war ich ja mit meinem Mann dort und habe damals ausführlich über unsere Reise berichtet.

fertiger neubau von 2 räumen Die Klassenzimmer in Mbettite waren damals noch nicht ganz fertig. Sie sind gleich nach unserem Besuch fertig gestellt worden, und das ganze Dorf ist natürlich sehr zufrieden und dankbar, dass die Provisorien nun ausgedient haben.

Dank vieler Spenden hat sich in Alwar einiges getan, und zwar in der Mutter-Kind-Station. Es wurden der Strom und auch die Wasserleitung in die Station gelegt, das war eine der Bedingungen für die staatliche Anerkennung. Auch mit dem Bau des Hauses für den Stationsleiter wurde begonnen. Vor der Regenzeit wurden die Ziegel hergestellt, und das Lagern während der Regenzeit tut ihnen scheint’s gut. Die Hitze ist dann enorm, trotz Regen werden die Ziegel deswegen härter. Jetzt werden gerade zwei Zimmer mit Stromanschluss und eine Küche gebaut. Bis ich das nächste Mal komme, ist sicher alles fertig.

Inzwischen haben wir schon wieder einen neuen Leiter. Leider hat sich der andere, den ich im Februar kennengelernt habe, nicht an die Abmachungen gehalten. Gott sei Dank hat die Gesundheitskommission gut reagiert und ihn gehen lassen, obwohl sie danach 4 Wochen keinen Leiter hatten. Jetzt ist die Stelle mit einem Mann aus Ndioum besetzt, der sehr gewissenhaft arbeitet und gerne in Alwar ist. Gerade in der Regenzeit war es enorm wichtig, dass der Posten besetzt war, da das Dorf dann  von der Umwelt abgeschnitten ist und viele Malariafälle auftreten.

neues team der gesundheitsstation Ich bin sehr zufrieden und auch ein wenig stolz wie gut die Bewohner diesen Gesundheitsposten verwalten. Sie nutzen mein Vertrauen nicht aus.

Von den Patenkindern gibt es auch Erfreuliches zu berichten. Bis auf ein Mädchen, das schon immer eine schlechte Schülerin war, haben alle Kinder den Uebertritt in die Sekundarschule geschafft. Das ist sicher nur möglich weil die Kinder den Förderunterricht dank unserer Hilfe besuchen können.

Die letzte Prüfung haben die Armen bei Temperaturen von bis zu 45°C (!) gemacht. Das ist schon eine enorme Leistung.

Leider wurde ein Mädchen aus Ndioum im September krank (eine genaue Diagnose erhält man nicht) und musste teure Medikamente haben. Dank spontaner Unterstützung von 2 Patinnen und mir und meinem Mann geht es dem Kind nun wieder einigermassen gut. Ich werde bei meinem nächsten Besuch Genaueres erfahren.

Fatima, unser Sorgenkind Inzwischen hat sich ein neues Problem in Ndioum ergeben. Da jetzt immer mehr Kinder zur Schule gehen und auch in die Sekundarschule wollen, ist die bestehende Schule zu klein. Die 4 Klassen müssten doppelt geführt werden, es hat aber nur 4 Räume. Letztes Jahr haben sie sich die Räume mit der Oberstufe (bis zur Matura) und einer Primarschule geteilt, was keine Lösung war. Lehrer und Schüler waren überfordert. Für dieses Schuljahr hat die Elternvereinigung einen Aufruf an alle Eltern gemacht, dass sie sich am Bau von provisorischen Klassenzimmern beteiligen. Alle haben zusammengelegt was sie konnten und mit Strohmatten 4 Klassenzimmer errichtet. provisorisches Klassenzimmer Aber es fehlen noch die Tische und Bänke, im Moment sitzen die Schüler auf dem Boden. Da ich lcarnitine.org wieder viele Spenden im Laufe des Jahres erhalten habe, war ich in der Lage das Geld für 100 Tische und Bänke zu überweisen. Die Möbel sind nun bei den einheimischen Handwerkern in Arbeit. Da das ganze Material von Dakar angeliefert werden muss, sind die Ausgaben erheblich. Es wäre etwas günstiger die fertigen Möbel in Dakar einzukaufen, aber es ist mir wichtig, dass die Leute vor Ort einen Verdienst haben.

Ich möchte in diesem Brief gerne nochmals daran erinnern, dass es mir ein grosses Anliegen ist weitere Schulen in Ndioum und Umgebung auszubauen. Ein Klassenzimmer kostet 6’000.- Euro. Wenn jemand von euch Beziehungen zu Personen oder Institutionen hat, die gerne für die Bildung der Kinder im Senegal etwas tun möchten, lasst es mich bitte wissen. Gerne nehme ich dann Kontakt für nähere Informationen auf.

Am 25.9. habe ich als Dankeschön für meine Spender(innen) zusammen mit einer Bekannten ein kleines Konzert organisiert. Sie spielte auf Renaissance-Instrumenten und dazwischen las eine Freundin afrikanische Geschichten vor. Es war ein bewegender Abend, der noch lange bei allen nachklang. Ich hatte im Vorfeld meinem Projektleiter Malick erzählt, dass wir an diesem Abend besonders mit ihnen verbunden sind und in Gedanken zu ihnen auf Besuch kommen. Erzählte das in Alwar und die Bewohner entschlossen sich spontan, sich genau zur gleichen Zeit auch zu versammeln und in Gedanken bei uns zu sein. Als ich meine Einführung gemacht hatte und gerade an Mechthild Neufeld v. Einsiedel übergeben wollte, klingelte das Telefon und Malick sagte mir, dass die Dorfbewohner versammelt sind und für uns beten. Es war sehr berührend und für mich ein Zeichen, dass wir uns gegenseitig bereichern. Ndioum/Alwar ist ein kleines Fleckchen auf der Karte der Drittweltländer, und wir können mit unserer Hilfe sicher nicht die Welt verändern. Aber wir schenken so viel Hoffnung, Lebensfreude und wirkliche Verbesserung der Ist-Situation mit unserer Unterstützung, das dürfen wir nie vergessen. Ausserdem werden wir (insbesondere ich) ja auch immer wieder beschenkt mit viel Liebe und Respekt und Dankbarkeit von allen Seiten.

Ich würde mich freuen wenn wir auch im nächsten Jahr mit unserem kleinen Hilfswerk weitermachen könnten. Für jede Spende bin ich dankbar, es ist immer wieder erstaunlich wie viel damit in den letzten Jahren erreicht worden ist. Euer Vertrauen ehrt mich und spornt mich an noch ein wenig weiterzumachen, wenn es meine Gesundheit zulässt.

Alles, was bis jetzt geschaffen worden ist, wird auch weiter funktionieren wenn ich nicht jedes Jahr nach Senegal reisen kann, das ist eine grosse Beruhigung für mich. Die Grundstrukturen sind solide.

Nächstes Jahr sind im Senegal Wahlen, beten wir dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt und der amtierende Präsident nicht mehr an die Macht kommt. Das wäre dramatisch für das Senegal und würde sicher den Frieden des Landes gefährden.

Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen frohe und besinnliche Festtage und für das nächste Jahr gute Gesundheit, verbunden mit meinem tiefen Dank für eure Hilfe, die mich immer ermuntert weiterzumachen.

Mit herzlichen Grüssen

UTE

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