Reisebericht März 2016

Reisebericht März 2016

Nach einer langen Pause von 1 Jahr war es am 12. Februar 2016 wieder so weit, dass ich nach Senegal  reisen konnte. Ich hatte mir vorgenommen meine Kräfte einzuteilen, denn meine Gesundheit war in letzter Zeit etwas angeschlagen. Das ist mir auch gelungen, trotz der vielfältigen Aufgaben, die es zu erledigen gab. So bin ich nach 3 Wochen gut erholt und mit vielen eindrücklichen Erlebnissen wieder zu Hause angekommen.

Doch nun von Anfang an: am 12. Februar war es soweit, dass ich zusammen mit Zahnarzt Niels Hörnö und 6 vollgepackten Koffern Richtung Senegal abfliegen konnte. Ich hatte sehr viel Sportbekleidung, T‘Shirts und Kulis für die Kinder eingepackt. Niels mit Uebergepäck, darin war alles was er für seine Behandlungen brauchte. In Paris ist noch die Schwester von Niels aus Dänemark, die auch Zahnärztin ist, zu uns gestossen und wir kamen ohne grössere Schwierigkeiten in Dakar durch die Zollkontrolle und alles Gepäck war da! Leider hatte ich in Dakar ein Hotel in der Nähe des Flughafens gebucht, sodass unser Wunsch nach einer ruhigen, erholsamen Nacht nicht in Erfüllung ging. Das nächste Mal weiss ich es besser! Am nächsten Tag dann die lange Fahrt in den Norden, dieses Mal mit einem grossen bequemen Auto und gutem Chauffeur.

Voll Tatendrang haben wir uns am nächsten Tag zur Krankenstation in Ndioum begeben, dort hat Niels die ersten 2 Tage behandelt. Schon von weitem sahen wir, dass eine grosse Menschenmenge vor der Station versammelt war – sicher weit über 100 Leute! 2 Tage zuvor hatte der Leiter im Radio eine Durchsage gemacht, dass am Sonntag ein Zahnarzt kommt und die Behandlungen gratis sind. Das hatten wir nicht erwartet! Und es war dann auch nicht einfach in dieser Hektik alles herzurichten, vor allem, da der leitende Arzt fand, dass alles viel schneller gehen müsse – und das in Senegal! Alle waren ein wenig überfordert, aber Gott sei Dank haben Niels und Malene die Ruhe bewahrt, denn nach 1 1/2 Stunden war alles fertig für den ersten Patienten. Und dann hat Niels stundenlang Zähne gezogen…….die beiden haben wie Roboter gearbeitet, und das unter wirklich prekären Bedingungen – heiss, staubig, ein kleiner Raum ohne Klimaanlage – ich habe sie sehr bewundert. Am zweiten Tag war es dann etwas besser organisiert, wenn es auch nicht möglich war die wirklich akuten Fälle herauszufinden. Wenn Niels sagte, dass er in erster Linie die Patienten behandeln wolle, die Schmerzen haben, hielten sich die Leute plötzlich ein Tuch vor den Mund und klagten über starke Schmerzen!!! Ueber Mittag wurde es dann schon recht heiss und viele Wartende konnten von dem überdachten Unterstand profitieren, den wir letztes Jahr für die Mütter mit unterernährten Kindern gebaut hatten. Am 3. Tag machten wir uns auf den Weg nach Alwar zu unserer Krankenstation, dort bot sich uns das gleiche Bild wie in Ndioum – über hundert Menschen warteten auch hier auf den Doktor! Inzwischen hatte Niels schon Routine mit dem Aufbauen seiner Praxis. Auch hier waren leider keine wirklichen Behandlungen gefragt, sondern nur Zähne ziehen. Unser Stationsleiter hat übersetzt und Medikamente verteilt, Malene hat assistiert. Niels war z.T. schon recht gefordert, denn die Zähne waren oft in einem sehr schlechten Zustand und was er zu sehen bekam war recht unappetitlich! Am 2. Tag wurden wir sehr herzlich mit singenden Schulkindern empfangen, die besonders Malene die traditionellen Kleider und Schmuck zeigen wollten. Danach waren die Kinder mit den Untersuchungen an der Reihe, auch bei ihnen leider sehr schlechte Zähne. Sie essen zu viele Süssigkeiten und putzen die Zähne nicht regelmässig oder gar nicht. Ein Lehrer war bei den Behandlungen dabei, denn die Kinder waren doch sehr aufgeregt. Nach dem 3. Tag in Alwar musste Niels dann leider aufhören, da er nicht genügend Spritzen mitgenommen hatte. Er hatte inzwischen ca. 200 Zähne gezogen, und er und Malene waren doch recht müde nach diesen anstrengenden Tagen. Die Menschen, die nicht behandelt werden konnten, freuen sich schon auf das nächste Mal wenn Niels kommt! Eine Behandlung, die nicht weh tut und nichts kostet gibt es nicht so oft.

Während Niels Zähne gezogen hat, habe ich an 3 Tagen mein Programm erledigt. In Alwar hatten wir eine lange Sitzung mit allen wichtigen Personen wegen der staatlichen Anerkennung unserer Station, die immer noch auf sich warten lässt. Ich habe etwas Druck gemacht und gesagt, dass wir nicht bereit sind noch jahrelang für alle Kosten aufzukommen. Daraufhin wurde ein Plan ausgearbeitet wie die Dorfbewohner noch einmal über das Fernsehen und Radio die Ministerin sensibilisieren wollen. Auch Leute von Alwar, die auf Regierungsebene Einfluss nehmen können, sollen miteinbezogen werden. Der LED wird ebenfalls einen weiteren Brief ans Gesundheitsministerium schicken. Erfreulicherweise fängt im April wieder eine staatlich geprüfte Krankenschwester in Alwar an, sodass eine geregelte Krankenversorgung gewährleistet ist. Im letzten Jahr gab es leider recht viel Wechsel. Die letzten Monate hat Omar Sall interimistisch wieder die Station geleitet, leider hat er seine Prüfungen zum staatlich geprüften Krankenpfleger auch letztes Jahr nicht bestanden und kommt für uns deshalb nicht als Leiter in Frage.

Von der Schule in Alwar gibt es auch etwas Neues zu berichten. Im letzten Jahr wurde ein Collège bewilligt, und der Unterricht für die ersten 2 Klassen hat schon begonnen. Die Dorfbewohner haben mit dem Bau von 2 Klassenzimmern angefangen, die aber wegen Geldmangel noch nicht fertig gestellt werden konnten. So gibt es leider wieder Provisorien. Da wir schon letztes Jahr beschlossen haben, dass unser nächstes Projekt in Mbettite sein wird, können wir dort nicht weiterhelfen. Doch wir erhielten eine Anfrage für die Anschaffung eines Druckers. Auch hier wird inzwischen sehr viel mit Arbeitsblättern gearbeitet und es müssen Listen und Erhebungen erstellt werden – ich konnte es gar nicht glauben! Den Drucker können wir sicher anschaffen, bei der nächsten Sitzung unseres Vereins wird darüber abgestimmt werden. Im Schulgarten wurde schon das erste Gemüse gepflanzt, dank einer Wasserleitung ist das Bewässern nun kein Problem.

In Ndioum habe ich alle Abrechnungen für die Patenkinder kontrolliert und auch einige getroffen. Es war kein günstiger Moment für Besuche, da gerade die ersten Prüfungen durchgeführt wurden und so kein geregelter Unterricht stattfand. Alle Patenkinder haben das Klassenziel erreicht und alle sind gute Schüler/innen. Ein Mädchen macht dieses Jahr Abitur, eine ausgezeichnete Schülerin. An allen von uns ausgebauten Schulen habe ich viele Kulis verteilt und mich mit den Lehrern unterhalten. Mir ist der persönliche Kontakt weiterhin wichtig. Ein ganz besonderer Termin war natürlich der Besuch der Schule in Doubangué. Dort haben wir letztes Jahr 2 Klassenzimmer und 2 Toiletten gebaut. Das Dorf habe ich letztes Jahr besucht und war sehr beeindruckt (siehe Bericht vom letzten Jahr). Da ich immer nicht ganz zufrieden war mit der optischen Erscheinung unserer Klassenzimmer, hatten wir  beschlossen die neuen Klassenzimmer etwas schöner zu gestalten. Ich hatte von Malick schon Fotos  bekommen und war nun sehr gespannt sie selbst zu sehen – und wurde positiv überrascht! Die neuen Klassenzimmer sind zwar ein wenig teurer, sehen aber viel einladender aus und sind auch zweckmässiger mit der kleinen Veranda. Die Schüler, Lehrer und Dorfbewohner haben uns einen überaus herzlichen Empfang bereitet mit selbstgebastelten Fähnlein und Singen und die Dankbarkeit war offensichtlich. Die Frauen haben mir wieder ein neues „Kleid“ aus einem schönen Batikstoff geschenkt und mich sofort als Afrikanerin angezogen! Am Schluss der vielen Dankesreden kamen natürlich noch die weiteren Bitten um Unterstützung. Unter anderem für eine Krankenstation. Und die Frauen benötigen dringend eine Mauer um ihren Gemüsegarten, da die Ziegen über den Zaun springen und alles wegfressen.

Am letzten Tag in Ndioum mussten wir die ganze Ausrüstung von Niels staubsicher verpacken, denn er hat für einen weiteren Besuch alles bei Malick gelassen. Ausserdem waren wir noch einmal zu einem kleinen Fest  ins Collège eingeladen, das sich nachher doch als recht gross herausgestellt hat. Niels meinte auch, dass wir ja letztes Mal schon genug gefeiert worden sind, doch nun war Malene dabei und das war ein guter Grund, um nochmals mit vielen Ansprachen und Geschenken und lustigen Sketchen der Schüler danke zu sagen. Jedes Mal sind dann offizielle Vertreter des Ministeriums dabei und zeigen sich sehr beeindruckt, aber sie bauen nicht an der Schule weiter. Inzwischen hat das Collège fast 1000 Schüler und es fehlen weitere 2 Klassenzimmer und vor allem ein grosses Lehrerzimmer. Im Moment steht nur ein Provisorium unter einem Baum, das gerade mal vor der Sonne schützt. Ich frage mich was sie bei den heftigen Sandstürmen machen, die jetzt bald anfangen. Das sind schon sehr extreme Bedingungen um einen guten Unterricht halten zu können. Sehr beeindruckt von allem Erlebten sind wir dann am nächsten Tag nach Mbour gefahren, wo sich Niels und Malene noch 3 Tage ein wenig am Meer erholt haben.

Für mich gab es dann nach ihrer Abreise noch einiges zu tun. Mit Mathias habe ich die Abrechnungen für die Patenkinder von Mbour und Mbettite gemacht. Es geht ihm wieder ganz gut und ich war sehr zufrieden. Leider sind die Schüler nicht so gut wie in Ndioum. Auch hier konnte ich nur einige Kinder treffen, aber Mathias hatte mir die Zeugnisse besorgt, sodass ich mir ein Bild machen konnte.

Dann habe ich auch Frau Nyatte besucht, der wir letztes Jahr € 100 geschenkt haben, damit sie mehr Kleinhandel betreiben kann. Es ist unglaublich was diese Frau mit dem wenigen Geld alles erreicht hat. Ich kann es in diesem Brief nicht alles aufzählen, weil das ganze Vorgehen so anders ist wie bei uns – aber ich war zutiefst beeindruckt. Vor allem auch wie wohlüberlegt sie investiert und wieder verkauft hat, bis zum heutigen Tag. Deswegen habe ich ihr mit gutem Gewissen noch einmal CHF 200.- geschenkt – eine Spende von jemand, die gerne wollte, dass eine Frau damit unterstützt wird. Ich bin sicher, dass auch dieses Geld viel Gutes bewirkt.

Doch das Wichtigste war dieses Mal mein Besuch in Mbettite. Ich hatte dort 3 Dinge auf dem Programm: Niels hatte mich gebeten in der neu erbauten Krankenstation herauszufinden ob es für ihn dort auch eine Möglichkeit gäbe für Zahnbehandlungen. Leider war der Leiter der Station genau an diesem Tag an einer Weiterbildung, so konnte ich nur mit dem Praktikanten reden. Die Räume sind gut geeignet, doch gibt es dort noch keinen Strom und mit der Wasserversorgung hapert es öfter. Dafür könnten wir aber Lösungen finden. Ein Bedarf an zahnärztlichen Behandlungen ist auch hier auf jeden Fall vorhanden, und so könnte Niels an zwei verschiedenen Orten seine Hilfe leisten. Der zweite Programmpunkt war der Besuch bei der Frauengruppe, die mir die letzte Rate ihres Kredites für die Hirseschälmaschine zurückzahlen wollten. Wie immer nahmen sich die Frauen alle Zeit der Welt um nach und nach zu erscheinen, und meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn es wurde schon sehr heiss und mein Kreislauf reklamierte heftig. Da tat ein Schluck Cola ganz gut und durch ein interessantes Gespräch mit Pfarrer Ndeb wurde ich etwas abgelenkt. Doch schliesslich waren dann einige Frauen parat und nach herzlichen Dankesworten wurde mir die letzte Rate zurückbezahlt. Die Frauen haben mit einem Teil ihres Verdienstes eine Wasserleitung zum Grundstück des Collège legen lassen, damit Wasser für die Bauarbeiten vorhanden ist und auch nachher für den Schulbetrieb. Das fand ich eine sehr schöne Geste. Die Verwaltung der Maschine klappt nach wie vor reibungslos, auch dank der regelmässigen Unterstützung von Pfarrer Ndeb. Und dann ging es endlich zum Grundstück, wo das Collège gebaut werden soll! Es war schon sehr heiss, und ich habe darum gebeten nicht zu viele Reden zu halten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Als wir ankamen sah ich schon von weitem einen grossen Sonnenschutz aufgebaut und unter dem Baum die Tommler zum Empfang – also gab es doch wieder eine grössere Zeremonie! Von allen Seiten kamen Leute mit Stühlen und allmählich füllte sich der Platz, auch „meine“ Frauen kamen nun in schönen Kleidern an, und die Lehrer und der Dorfchef und Delegationen der umliegenden Dörfer waren von offizieller Seite anwesend. Die Ansprachen wurden dann wirklich verhältnismässig kurz gefasst und die üblichen Wiederholungen von allen Seiten fielen weg, wofür ich sehr dankbar war. Es ist nun wirklich so, dass die Regierung die Auflage gemacht hat, dass sie nur Lehrer für eine neu bewilligte Schule schicken wenn mindestens 2 Klassenzimmer gebaut sind und wenn möglich noch ein Lehrerzimmer. Es soll nicht mit Schilfmattenprovisorien angefangen werden. Seit 2 Jahren nun sammeln die Dorfbewohner der betroffenen 5 Dörfer Geld, um mit dem Bau anfangen zu können. Doch die Leute sind arm, sie leben vom Erdnuss- und Hirseanbau, da gibt es nicht viel Erspartes. Doch sie haben es geschafft 5 Tonnen Zement zu kaufen und haben davon nun Ziegel für das erste Klassenzimmer gemacht. Damit sind ihre Möglichkeiten erschöpft. Die Schule ist grundsätzlich genehmigt, doch die Räume fehlen. Dank grosszügiger Spenden von Privatpersonen ist es uns nun möglich wenigstens 1 Klassenzimmer zu bauen. Eventuell erhalten wir von der Stiftung PRONOIA noch weitere Unterstützung für den Bau eines 2. Klassenzimmers im Laufe des Jahres. Von ihr hatten wir 2015 schon einen Beitrag für den Bau des 2. Klassenzimmers in Doubangué erhalten. So könnte der Schulbetrieb im nächsten Schuljahr aufgenommen werden. Ich habe mit eigenen Augen gesehen wie die Schüler z.T. 10 km zu Fuss zur Schule gehen müssen, sie stehen um 5 Uhr auf und hoffen jeden Tag, dass sie vielleicht ein Fahrzeug wenigstens ein paar Kilometer mitnehmen kann. Ich sah sie nach Hause kommen, total müde, und jeden Tag wird es nun heisser (bis zu 40°). Leider haben nicht alle Familien die Möglichkeit ihre Kinder in Familien am Schulort unterzubringen. Dieses Collège ist wirklich ein grosses Bedürfnis, und ich bin froh, dass wir hier erste Hilfe leisten können. Alle eingehenden Spenden werden nun für dieses Projekt verwendet, danke für eure Unterstützung! Auch haben wir die Zusage vom Martin-Luther-Bund, dass im zweiten Halbjahr 2016 in der ganzen Schweiz eine Kollekte in allen lutherischen Kirchen für dieses Projekt durchgeführt wird, dafür danken wir jetzt schon herzlich.

Nachdem ich dann mit Malick alle Abrechnungen vom letzten Jahr durchgegangen war, er hat alles sehr gewissenhaft und korrekt gemacht, konnte ich noch 1 Woche Ferien in meinem kleinen Hotel am Meer geniessen und kam gut erholt und zufrieden wieder nach Hause.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich bemerkt habe, dass sich in Senegal etwas bewegt, sehr langsam zwar, aber es geht ein wenig aufwärts. Es werden durch neue Landvermessungen und Grundbucheintragungen bessere Rahmenbedingungen für die Bauern geschaffen, das habe ich besonders in Ndioum gehört. Und in Alwar hat sich, auch dank unseres Engagements, die Einwohnerzahl in den letzten 4 Jahren verdoppelt! Die jungen Leute kehren zu ihren Wurzeln zurück. Ueber die Flüsse gibt es nun Brücken, anstatt der Fähren, und eine recht gute Strasse. Leider fehlt im Schulwesen noch sehr viel, deswegen gibt es auch immer wieder Streiks, sowohl in Schulen als auch an der Universität. Es freut mich aber, dass in „unseren“ Schulen meistens gearbeitet wird wenn die anderen streiken, da die Lehrer davon überzeugt sind, dass sie eine Verpflichtung gegenüber den Schülern haben. Und sie sagen: ach, Dakar ist weit weg!

Nun bin ich gespannt was uns dieses Jahr alles bringen wird, ich werde mich weiterhin mit allen Kräften für unsere Projekte einsetzen. Es würde mich freuen wenn ihr auch dieses Jahr die Projekte von „TERANGA Senegal“ unterstützen wollt, hierfür lege ich einen Einzahlungsschein bei. Auch steht unser Spendenkonto am Ende des Briefes. Unser Schwerpunkt bleibt die Förderung der Schulbildung, denn dies ist die nachhaltigste Hilfe, die wir erbringen können. Wir haben zusammen schon sehr viel erreicht, dafür danke ich euch allen immer wieder aufs herzlichste.

Im November werde ich, wenn alles gut geht, wieder nach Senegal reisen. Dann kann ich hoffentlich die neuen Klassenzimmer in Mbettite einweihen.

Mit den besten Wünschen für einen schönen Sommer bei guter Gesundheit und vielen schönen Erlebnissen grüsse ich euch herzlich

Spendenkonto: LLB Vaduz,TERANGA Senegal e.V.

CHF:  LI91 0880 0550 6484 6200 1

Euro: LI21 0880 0000 0224 0313 1, BIC: LILALI2XXXX

Information an Spender November 2015

Liebe Gönner und Freunde der TERANGA Projekte

Dieses Jahr konnte ich leider nicht wie gewohnt im November nach Senegal reisen. Ich hatte im Juni eine grosse Knieoperation (neues Kniegelenk) und habe deswegen beschlossen mich ganz auf meine Gesundheit zu konzentrieren. Doch trotz meiner Pause hatten wir das Glück, dass diverse Spenden eingegangen sind und wir so unser geplantes Projekt, den Bau von 2 Klassenzimmern in Doubangué, durchführen konnten. Die Klassenzimmer konnten bis zum Schuljahresbeginn Mitte Oktober fertiggestellt werden und das ganze Dorf ist sehr dankbar, dass die Kinder nun regelmässig zur Schule gehen können. Um das Projekt sauber abzuschliessen, werden wir demnächst noch 2 Toiletten für die Schule bauen, denn die alten sind in einem miserablen Zustand, wie mir unser Projektleiter erzählt hat.

Dieses Jahr hatte Ndioum im Gegensatz zu letztem Jahr eine sehr gute Regenzeit. Doch der Regen war teilweise so extrem, dass das halbe Dorf überschwemmt war und viele alte Lehmhäuser eingestürzt sind. Es gab sogar Tote und Verletzte. Bei einem heftigen Gewitter hat es das Dach von 2 Klassenzimmern im neu gebauten Collège weggerissen. Auch das haben wir bis zum Schulanfang wieder repariert.

Unsere Patenkinder in Ndioum sind alle in die nächste Klasse gekommen und 2 werden nächstes Jahr ihre Matura machen. Die Patenkinder von Mathias sind leider nicht so gute Schüler. 3 müssen wiederholen, und ich bin gespannt was für einen Abschluss sie eines Tages machen können. Es fehlt ihnen halt auch die Unterstützung von zu Hause, da die meisten von ihnen ja in Gastfamilien wohnen müssen (siehe unser neues Projekt). Niemand kontrolliert ob sie lernen oder nicht. Und leider sind die Lehrer auch nicht so motiviert wie die Lehrer in Ndioum.

Unser neues Projekt ist nun der Bau eines Collège in Mbettite, dem Dorf, in dem wir mit der Frauengruppe die Hirseschälmaschine gekauft haben. Pfarrer Ndeb hat mir die Notwendigkeit für diese Schule erklärt. Das nächste Collège ist über 10 km entfernt und diesen Weg können die Kinder nicht jeden Tag machen. Also wohnen sie in Gastfamilien, was eine grosse finanzielle Belastung für die Eltern ist, und die Kinder werden sehr früh dem Dorf entfremdet. Mehrere Gemeinden haben deswegen beschlossen, dass ein Collège in Mbettite gebaut werden soll. Das Schulministerium ist damit einverstanden, verlangt aber von den Dorfbewohnern, dass sie selbst ein Grundstück beschaffen und mit dem Bau der Klassenzimmer beginnen sollen. Die Lehrer werden dann für diese „Schule im Bau“ vom Ministerium angestellt. Das erinnert mich sehr an das Collège in Ndioum und ist leider im Senegal die Regel. Die Dorfbewohner haben sich aber nicht entmutigen lassen. Sie haben ein Grundstück gefunden und bei allen Familien um Unterstützung angefragt. Jeder, der konnte, hat etwas gegeben und so konnten schon die Ziegel für ein Klassenzimmer angefertigt werden. Doch nun sind die Reserven erschöpft und so wurde „TERANGA Senegal“ um Hilfe gebeten. Wir verstehen die Problematik und ich bewundere die Dorfbewohner sehr für ihre Initiative. Deswegen werden wir jede Spende, die ab jetzt eingeht für den Bau dieser Schule verwenden.

Ich werde im Februar 2016 mit dem Zahnarzt Niels Hörnö und seiner Schwester, die auch Zahnärztin ist, nach Senegal reisen. Wir werden dort schon sehnsüchtig erwartet und freuen uns schon möglichst vielen Menschen auch zahnmedizinisch helfen zu können.

Mit den besten Wünschen für eine friedvolle Adventszeit und einem grossen Dankeschön für eure Unterstützung grüsse ich euch herzlich