Jahresbericht 2020

Liebe Gönner und Freunde von Teranga Senegal,

wahrscheinlich wundert ihr euch, dass mein Jahresbericht dieses Jahr schon vor Weihnachten kommt.

Nachdem es nun klar ist, dass ich im Januar sicher nicht nach Senegal reisen kann, freut es mich, dass ich noch vor Weihnachten eine kurze Zusammenfassung des Jahres 2020 für euch schreiben kann.

Im Halbjahresbericht hatte ich schon unsere Pläne für den Rest des Jahres bekannt gegeben. Trotz der schwierigen Situation wegen Corona, können wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Im Senegal hat sich das Leben, wenigstens in Ndioum, weitgehend normalisiert. Wir merken eigentlich nur bei gewissen Lieferschwierigkeiten von Baumaterialien, dass das Leben doch noch eingeschränkt ist. Da die Menschen im Norden nicht vom Tourismus abhängig sind, geht ihr Leben wieder seinen gewohnten Gang. Die Regenzeit war gut und die Bauern sind nun dabei ihre Felder zu bestellen. Ganz anders sieht die Situation in Dakar und der Region entlang der Küste aus. Dort sind alle Hotels geschlossen, da keine Touristen ins Land kommen können. Das bedingt, dass sehr viele Menschen ohne Arbeit sind. Sie sind verzweifelt, und viele wählen wieder den Weg Richtung Europa, übers Meer nach Teneriffa. Sie sind sich nicht bewusst, dass dort die Lage genauso prekär ist. Sie wollen nur weg von ihrem Elend und denken, es kann nirgends schlimmer sein. Jede Woche ertrinken sehr viele Menschen auf diesen stürmischen Ueberfahrten. Das bedrückt mich sehr. Der Staat hat kein Hilfsprogramm wie bei uns und eine Oeffnung des Landes für Touristen ist nicht in Aussicht. Und ob die Hotels danach wieder öffnen können, steht in den Sternen.

Doch nun zu unseren Projekten:

Patenkinder

Mitte August haben die Schulen Uebertrittsprüfungen und die Matura durchgeführt. Die Ergebnisse in unseren Schulen in Ndioum sind wirklich hervorragend. An unserem Collège haben 97.5% die Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium bestanden, an der Primarschule Amadou Hane, an der wir 3 Klassenzimmer und die Schulküche gebaut haben, haben 100% der Schüler die Prüfung für das Collège bestanden, als beste Schule des Departements! In Doubangué und Ndioum Walo sind es 90%. In Mbettite haben 70% der Schüler die Prüfung für das Gymnasium geschafft. Für mich ist ganz klar, dass dort nicht dieselbe Dynamik bei dem Lehrerteam besteht wie in Ndioum. Aber man muss auch die belastende Situation mit zu wenig Klassenzimmern berücksichtigen. Bestimmt spielt es in Ndioum auch noch eine Rolle, dass es 2 Collèges gibt, die sich gegenseitig konkurrenzieren! Das spornt die Leistungen enorm an.

Drei Patenkinder haben die Matura bestanden, was mich sehr freut. Aissatou aus Mbour will Hebamme lernen und geht nun auf eine Privatschule in Mbour.  Diese Ausbildung werden wir bezahlen, sie dauert 3 Jahre und kostet jährlich 1‘000.- Das ist viel Geld, aber die Ausbildung ist gut und der Beruf für eine junge Frau ideal. Ich habe gehofft, dass ein weiteres Patenkind eine Ausbildung im Gesundheitsbereich machen will, aber sie hat sich nun entschieden auf die Uni zu gehen. Ich finde das keine gute Idee, da die Universitäten überfüllt sind und es sehr viele Streiks gibt. Und für uns ist nicht kontrollierbar ob sie wirklich studiert oder nicht. Folglich bezahlen wir nur die Einschreibegebühr. Die Kosten für das Studium übernimmt der Staat, aber wohnen, essen, Lehrmittel etc. muss die Familie aufbringen. Mal sehen ob das funktioniert. Auch ein Junge aus Ndioum will zur Uni, worüber der Vater sehr unglücklich ist. Malick hat mit beiden Familien und den Jugendlichen gesprochen, leider ohne Erfolg. Gerne hätten wir auch da eine Ausbildung an einer Privatschule bezahlt.

3 Patenkinder sind dieses Jahr mit der Ausbildung fertig. Wie schon geschrieben, hat die Buchhalterin ihr Diplom im Juli erhalten.  Die beiden anderen, eine Hebamme und eine Krankenschwester werden demnächst fertig. Durch die Coronamassnahmen kam ihr Zeitplan sehr durcheinander.

Nun gehen nur noch 5 Patenkinder in Ndioum zur Schule, die Samba, der Bruder von Malick, zuverlässig verwaltet.

Bautätigkeiten:

Im Halbjahresbericht  hatte ich schon geschrieben, dass wir in Doubangué eine kleine Mauer um unseren Gesundheitsposten gebaut haben. An der Primarschule wurde für die Frauen, neben dem Magazin für die Lebensmittel und das Geschirr, noch ein Küchenraum gebaut, worüber die Frauen sehr glücklich sind.

Die in Alwar für den Computerraum fehlenden Tische und Stühle haben Teranga Senegal und Niels Hörnö finanziert. Die Lehrer mussten als Eigenleistung für die Stromversorgung aufkommen. Vielen Dank an Niels!

Projekt Mauerbau:

Dank der guten Zusammenarbeit mit dem LED fanden wir eine sehr gute Lösung wie wir das Kleinprojektgeld optimal nutzen können. Der LED übernimmt als Höchstbeitrag CHF 25’000.- für ein Kleinprojekt, Teranga Senegal bezahlt 12‘500.- dazu. Das ergibt eine Gesamtsumme von 37‘500.- Mit diesem Geld können wir nun einen Teil für den Mauerbau in Ndioum nehmen und auch noch 3 Klassenzimmer am Collège in Mbettite bauen. Dort haben sich im neuen Schuljahr knapp 500 Schüler angemeldet, und sie haben nur 4 Klassenzimmer! Eine wirkliche Notlage. In den letzten Briefen habe ich immer wieder von den Problemen geschrieben, die wir rein organisatorisch mit Mbettite haben. Nachdem ich nun erfahren habe wie prekär die Lage am Collège ist, hat Malick mit den Verantwortlichen des Dorfes und der Schule eine Vereinbarung treffen können. Es wird ein Mann aus dem Dorf bestimmt, der die Bauarbeiten beaufsichtigt wenn Malick nicht da ist. Auch Lehrer und Elternvereinigung schauen nach dem Rechten, sodass die Klassenzimmer in möglichst kurzer Zeit gebaut werden können. Wir bauen nun erst mal 1 Klassenzimmer, um zu sehen ob die Abmachung auch wirklich eingehalten wird. Wenn es klappt, dann bauen wir gleich die 2 weiteren Klassenzimmer. Um die Beschaffung der Schulmöbel müssen sie sich selbst kümmern. Die Ziegel sind nun schon angefertigt, Malick ist in Mbour, und mit dem Bau wird Mitte Dezember angefangen. Malick ist sicher, dass alles klappen wird!

Bis Anfang Dezember war Malick in Ndioum und hat sich sehr engagiert, dass die Mauer um das Collège fertig wird. Es gab immer wieder kurze Unterbrüche, da Material nicht geliefert werden konnte. Doch nun ist sie rechtzeitig zum verspäteten Schuljahrbeginn fertig geworden. Zwar ist sie noch nicht verputzt, da ein bestimmter Sand, der für den Rauputz nötig ist, nicht geliefert werden kann. Deswegen haben wir beschlossen, dass Malick nun zuerst nach Mbour fährt und die Klassenzimmer für Mbettite baut. Wichtig ist, dass das Areal in Ndioum nun gesichert ist und auch die Bäume gepflanzt werden können.

Allen, die zur Finanzierung dieser Mauer beigetragen haben, meinen treuen Spendern, der Stiftung Pronoia, der Familie Schierle, und dem LED sage ich hiermit im Namen der Lehrer, Eltern und Schüler vom Collège in Ndioum ganz herzlichen Dank! Ein grosser Wunsch von vielen Menschen und ein wichtiges Bedürfnis für die Sicherheit der Schule ist in Erfüllung gegangen. Ein besonderer Dank geht auch an Malick, der sich unermüdlich dafür engagiert hat, dass alles gut klappt.

Ich kann zufrieden und dankbar auf das Jahr 2020 zurückblicken. Was uns 2021 bringen wird? Im Moment mache ich noch keine konkreten Pläne, da die 3 Räume in Mbettite erst einmal abgeschlossen werden müssen, ein 4. Klassenzimmer wird benötigt. Anfang des Jahres kommen sicher noch weitere Anfragen zum Bau von Klassenzimmern, da die Anzahl der Schüler in allen Schulen wächst. Das ist ein gutes Zeichen, und ich werde mich sicher gerne dafür einsetzen. Aber wie schon im Halbjahresbericht erwähnt, werden wir nur mit Schulen zusammenarbeiten, die wir kennen.

Wenn ihr die Schulprojekte von Teranga Senegal auch weiterhin unterstützen wollt, dann bin ich sehr dankbar. So können wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es vielleicht doch eines Tages zu einem Umdenken in Senegal kommt, wenn die jungen Menschen mit Schulbildung die Geschicke des Landes lenken.

Nun bleibt mir nur noch, euch allen eine friedvolle Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreis eurer Familie zu wünschen. Es ist dieses Jahr alles etwas anders als sonst, viele Menschen sind verunsichert oder gestresst. Doch wir dürfen uns nicht beklagen, es geht uns doch so gut, auch wenn wir mal auf dies oder jenes verzichten müssen.

Bleibt alle gesund und ich freue mich schon darauf, euch im nächsten Jahr Neuigkeiten aus Senegal zu schreiben.

Mit herzlichen Grüssen und aufrichtigem Dank für die jahrelange Unterstützung

Ute

 

Halbjahresbericht 2020

Liebe Freunde von Teranga Senegal,

nun ist die „Corona-Pause“ vorbei und deswegen möchte ich euch gerne schreiben wie es mit unseren Projekten steht. Auch im Senegal war absoluter Lockdown. Die Regierung hat sehr schnell die gleichen Sicherheitsmassnahmen ergriffen wie bei uns. Die Schulen wurden geschlossen, die Märkte hatten nur stundenweise geöffnet, abends war ab 19 Uhr striktes Ausgangsverbot und es fuhren keine Buschtaxis und Kleinbusse mehr. Auch mussten alle Masken tragen. Das alles war für die Menschen im Senegal viel einschneidender als für uns. Abends nicht ausgehen zu können bedeutet für ganz viele Menschen, dass sie auch nicht ihre üblichen kleinen Handelsgeschäfte machen können, um für den nächsten Tag eine Mahlzeit zu finanzieren. Sie leben von der Hand in den Mund. So haben wir beschlossen, dass wir wenigstens ein paar ganz arme Familien, die wir kennen, ein kleines Lebensmittelpaket mit Reis und Oel und auch Seife schenken. Als die Schulen Anfang Juli wieder geöffnet wurden, mussten alle Schüler zu Beginn des Unterrichts die Hände mit verdünntem Javelwasser und Seife waschen und Masken tragen. Wir haben „unseren Schulen“ dann einen Grundstock mit Javelwasser und Seife finanziert.

So wie es jetzt aussieht, wird das Schuljahr bis Mitte August verlängert. Es wurde in den höheren Klassen zwar online Unterricht angeboten oder sogar übers Fernsehen gesendet, aber davon konnten nur diejenigen profitieren, die auch Strom haben. Wir haben 2 Kandidaten, die die Matura machen sollen und auch unsere 3 Studentinnen machen dieses Jahr ihren Abschluss. Eine Studentin, die an einer Privatuniversität studiert hat, konnte online weiter studieren und hat letzte Woche ihr Diplom erhalten als diplomierte Buchhalterin – sehr erfreulich! Im Gesundheitswesen, Hebammen und Krankenschwestern, geht das Semester noch bis September.

Allmählich normalisiert sich das Leben wieder. Gott sei Dank gab es im Senegal nicht dramatisch viele Erkrankungen oder Todesfälle wegen Corona. Natürlich wurde auch nicht so viel gemessen wie bei uns.

In diesen ruhigen letzten Monaten waren Malick und ich aber fleissig am Organisieren. Wie ich schon im Jahresbericht geschrieben habe, ist es mir eine Herzensangelegenheit, dass für das Collège in Ndioum eine Mauer gebaut werden kann. Malick hat mit einem Maurer die genauen Masse genommen, eine Skizze vom Grundstück gemacht und 2 Kostenvoranschläge eingeholt. Das Grundstück ist gross, Gesamtumfang 718 m. Da wir aber die Klassenzimmer auf die Grenzen gebaut haben und eine Seite schon eine Mauer vom Nachbargrundstück hat, reduziert sich die Länge der zu bauenden Mauer auf 453 m, die um die 25’000.-CHF  kosten wird. Da wir so eine grosse Summe nicht aufbringen können, fragte ich beim LED für die Unterstützung als Kleinprojekt an. Anfang September werde ich hoffentlich eine positive Zusage erhalten. Ein Drittel der Summe muss unser Verein selbst bezahlen, das sollte gehen.

Wir haben auch eine Zusage für eine Spende von der Stiftung Pronoia erhalten, die uns schon seit 4 Jahren unterstützt.

So können wir in Mbettite noch eins der notwendigen vier Klassenzimmer bauen. Die Anfrage hierfür habe ich schon seit 1 Jahr. In Mbettite haben wir das Problem, dass wir direkt im Dorf keinen Verantwortlichen haben, der täglich die Baustelle kontrolliert. Dadurch hat sich die Bauzeit immer sehr verlängert und es gab viel Aerger mit den Handwerkern, die nur unregelmässig kamen. Malick wohnt 1 Stunde entfernt und kann nur 1x/Woche vor Ort sein. Wir bemühen uns nun eine Vertrauensperson zu finden, damit die Klassenzimmer zügig gebaut werden können, nachdem die Mauer in Ndioum fertig ist. Wenn die Zusammenarbeit gut klappt, würde ich mir sehr wünschen, dass wir noch 3 weitere Klassenzimmer in Mbettite bauen können. Die Klassen des Collège sind viel zu gross, oft über 60 Schüler, da wird ein guter Unterricht zum Problem. Und die provisorischen Klassenzimmer kann man nur kurze Zeit im Jahr wirklich nutzen. Alle Spenden, die ab jetzt eingehen werden dafür verwendet, vielen Dank!

Anfang des Jahres war ich wenig optimistisch ob wir auch nur einen Teil unserer geplanten Objekte durchführen können und nun haben sich so viele „Türen geöffnet“, dass wir sogar mein Herzensprojekt, die Mauer in Ndioum, verwirklich können. Meine treuen Spender haben mich dabei tatkräftig unterstützt, dafür sage ich allen ganz herzlichen Dank!  Und Anfang Juli haben wir ausserdem noch unerwartete Spenden bekommen. Vor kurzem ist ein guter Bekannter von uns gestorben und anstelle von Blumenspenden hat die Familie entschieden, dass für unsere Projekte gespendet wird. Ich möchte der Familie Schierle meinen aufrichtigen Dank aussprechen für diese Geste und allen, die für unsere Projekte gespendet haben. So konnten wir die erste Tranche für die Herstellung von Ziegeln für die Mauer schon überweisen.

Weiterhin möchte ich Niels Hörnö und Cony Hofer herzlich dafür danken, dass sie spontan den Computerraum für die Primarschule in Alwar finanziert haben (Jahresbericht 2019). Er ist schon gebaut und die Lehrer sind sehr dankbar. Leider fehlen noch ein paar Tische und Stühle, doch ich hoffe, dass sie diese nach und nach selbst anschaffen können. Niels und sein Team waren im März wieder in Senegal und sie hatten wieder sehr viele Patienten in Alwar. Leider hat ihnen die Coronakrise einen Strich durch ihre Pläne gemacht und sie mussten nach 3 Tagen wieder heimreisen. Danach wurde der Flughafen geschlossen! Das war wirklich sehr schade, denn seine Hilfe wird wirklich dringend gebraucht.

Im März haben wir auch die notwendige kleine Mauer um das Case de Santé in Doubangué gebaut. Nun ist die Station gesichert, Gott sei Dank!

Und ebenfalls in Doubangué haben die Frauen ihre Küche für die Zubereitung der Schulkantine erhalten. Sie wollten dann doch lieber einen geschlossenen Raum und nicht wie anfänglich geplant eine offene Küche. Der Wind weht oft sehr heftig und da ist es besser wenn man gut geschützt ist.

Ich kann gar nicht oft genug sagen wie dankbar ich bin, dass ich diese Hilfe zur Entwicklung von Senegal leisten darf. Die Reiserei strengt mich zwar immer mehr an, aber ich kann sie nun wirklich mit gutem Gewissen reduzieren, da die Zusammenarbeit mit Malick so gut funktioniert. Wir können viel telefonisch erarbeiten und die Umsetzung klappt meistens sehr gut. Vor allem identifiziert er sich voll mit den Projekten und vertritt unsere Interessen in den Dörfern sehr gut. Das beruhigt mich sehr.

Ich hoffe, dass ihr alle gesund seid und nicht zu sehr unter den diversen Einschränkungen leidet. Ich selbst habe die Zeit für viele Spaziergänge genutzt und so meinen Kopf frei bekommen. Es fehlt uns ja an nichts!

Bis zum nächsten Brief wünsche ich euch allen eine gute Zeit und freue mich schon darauf, hoffentlich von der Verwirklichung unserer geplanten Projekte berichten zu können.

Mit einem aufrichtigen Vergelt’s Gott grüsse ich euch recht herzlich

Ute

 

 

Jahresbericht 2019

Liebe Freunde und Gönner der Teranga Projekte,

da ich Anfang Januar wieder im Senegal war, kommt mein Jahresbericht 2019 etwas verspätet. Dieses Mal bin ich wieder „normal“ gereist, also mit dem Flugzeug. Ich hatte mir vorgenommen, dass ich bei meinem Besuch nur die Projekte im Norden besuchen werde, da ich in Mbettite 2019 kein Projekt hatte. So hatte ich genügend Zeit, um in aller Ruhe den Stand der Projekte zu beurteilen und mit Malick zu analysieren. Das war mir sehr wichtig, denn ich will dieses Jahr die Weichen für unser weiteres Vorgehen stellen. Es werden nur noch die Projekte unterstützt, mit denen die Zusammenarbeit gut klappt und bei denen ich auch wirklich von Zusammenarbeit reden kann. Es hat sich wirklich gelohnt, den Verlauf aller Projekte nachzuverfolgen. Das Ergebnis möchte ich euch in diesem Bericht präsentieren.

Doch zunächst zum Jahresbericht. Letztes Jahr hatten wir verhältnismässig wenig Bautätigkeit. Im letzten Bericht hatte ich von der Anfrage berichtet, die wir für das Erneuern eines Fussbodens von der Schule in Ndioum/Walo erhalten haben. Da es wirklich sehr notwendig war, haben wir das gleich im Februar durchgeführt. Auch die Anfrage für ein Magazin für die Schulkantine in der Grösse eines Klassenzimmers haben wir erfüllt.

Auch in Doubangué wurde auf Anfrage der Frauen und der Elternvereinigung ein Magazin für die Schulkantine gebaut. Dort gibt es nun ein weiteres Gesuch für den Bau eines überdachten, halb hoch gemauerten Kochplatzes, damit die Frauen nicht im Schilfmattenprovisorium kochen müssen. Die Schulkantine gibt es im Moment jeden Tag, da eine NGO den nötigen Reis, Linsen und Erbsen spendet. Für das notwendige Oel, die Gewürze und ein wenig Fisch muss die Elternvereinigung selbst aufkommen. Die Frauen wechseln sich mit dem Kochen ab. Gerne würden sie mit einer kleinen Geflügelzucht diese Ausgaben finanzieren. Ich finde die Idee grundsätzlich auch sehr gut, doch leider sprechen die Erfahrungen von mehreren Bekannten und auch mir selbst gegen so ein Projekt. Länger als 2 Jahre hat das mit der Aufzucht und dem Verkauf von Hühnern meistens nicht geklappt. Und die Grundeinrichtung für so eine Geflügelzucht ist doch sehr teuer. Also geben wir den Frauen lieber regelmässig einen Zustupf zu ihrer Schulkantine, obwohl es eigentlich gegen mein Grundprinzip Hilfe zur Selbsthilfe ist.

Für ein behindertes Mädchen in Ndioum haben wir einen Rollstuhl finanziert bekommen, dafür recht herzlichen Dank!

 Für unser Collège in Ndioum haben wir ein Klassenzimmer, sowie 4 Toiletten gebaut, die Finanzierung übernahm die Pronoia Stiftung. Dafür sagen wir ganz herzlichen Dank. Nun hat dieses Collège genügend Klassenzimmer, Toiletten und einen Bürotrakt, den die Lehrerschaft mit Einnahmen vom Schulgeld noch weiter ausgebaut hat. Was seit Jahren fehlt, ist eine Mauer um das Gelände. Im Moment können dort noch Ziegen und Kühe rumspazieren und auch Charrettes durchfahren. Das ist eine unmögliche Situation, denn der Hof der Schule ist eigentlich auch der Sportplatz! Da das Grundstück sehr gross ist (200mx165m), kommt so eine Mauer natürlich recht teuer. Wir waren immer der Meinung, dass dies Aufgabe des Staates sein sollte, nachdem wir schon die ganze Schule gebaut haben. Vor 4 Jahren war dann ein Minister auch bereit eine Mauer zu finanzieren, alles war auf gutem Weg. Dann kamen die Wahlen und der Minister wurde versetzt. Sein Nachfolger nimmt das angefangene Projekt nicht auf. Nach langen Diskussionen sind wir nun bereit diese Mauer zu bauen, damit unser Collège auch wirklich gut gesichert ist, und auch die, schon lange gewünschten Bäume, gepflanzt werden können. Der Kostenvoranschlag beträgt ca 20‘000 CHF. Ich hoffe, dass dieses Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, auch bei meinen Gönnern Anklang findet. Obwohl ich eigentlich immer gesagt habe, dass wir für Mauern nicht zuständig sein wollen. Doch diese Schule ist wirklich unterstützenswert, denn die Lehrer engagieren sich aussergewöhnlich für ihre Schüler. Sie unterrichten auch wenn eigentlich zu Streiks aufgerufen wird, da es ihrer Meinung nach wichtiger ist, dass die Schüler ihr Klassenziel erreichen. Die Uebertrittsprüfungen ins Gymnasium waren deswegen mit 74% auch sehr erfolgreich. Mit einem herzlichen Empfang mit Musik und Tanz und Sketchen dankten mir die Schüler und Lehrer dafür, dass sie eine Schule haben.

Unsere Gesundheitsstation in Alwar habe ich natürlich auch besucht, obwohl wir dort ja nichts mehr finanzieren. Eigentlich hatte ich gehofft, dass der neue staatliche Gesundheitsposten schon eröffnet wurde, aber nein! Leider ist die Patientenzahl im Moment eher rückläufig, scheints besteht ein Vertrauensproblem mit der Krankenschwester. In einer langen Diskussion hat Malick versucht den Dorfbewohnern einen Weg aufzuzeigen wie man das Problem lösen könnte. Mal sehen ob sein Vorschlag angenommen wird. Soeben kam die Nachricht, dass der Gesundheitsposten vom Ministerium offiziell zum staatlichen Gesundheitsposten ernannt wurde. Super!

In Mbettite hat Niels Hörnö ein Klassenzimmer an der Primarschule finanziert. Den Bau hat auch Malick koordiniert, was recht aufwändig war, da die Handwerker dort einfach nicht so zuverlässig sind wie in Ndioum. Niels wird es bei seinem Besuch im März anschauen. Er und sein Team werden auch in Ndioum und Alwar schon sehnsüchtig für weitere Behandlungen erwartet.

Meinen Besuch habe ich wie immer in meinem kleinen Hotel am Meer ausklingen lassen, wo ich auch die Abrechungen mit Malick in Ruhe machen konnte. Wie schon gewohnt, hat alles gestimmt und ich kann nun mit gutem Gewissen meine Revision bei der Advisa vornehmen. Herzlichen Dank an Sascha Vogt.

Nun möchte ich euch gerne einen Ueberblick verschaffen von all unseren Projekten, die in den letzten 14 Jahren verwirklicht wurden.

Patenkinder: 2006 haben wir mit 28 Patenkindern aus Mbettite, Mbour und Ndioum unsere Projekte angefangen. Dank unseren Paten konnten wir den Kindern, die wirklich lernen wollten, eine Schulbildung ermöglichen. 3 studieren an der Uni, 3 machen eine Ausbildung an einer Privatschule und 2 werden dieses Jahr die Matura machen.  5 Patenkinder sind noch in der Realschule. Leider war nicht alles nur erfreulich, denn 4 Mädchen wurden verheiratet als sie noch zur Schule gingen und einige Kinder hatten plötzlich keine Lust mehr zur Schule zu gehen oder haben aufgehört, nachdem sie mehrere Male wiederholt hatten. Einige lernen nun bei einem Handwerker oder machen Gelegenheitsjobs. Doch auf jeden Fall sind sie keine Analphabeten mehr!

Alwar:

  • Bau eines kleinen Gesundheitspostens zusammen mit dem LED
  • 2- Zimmer Wohnhaus und Toilette und Dusche für den Leiter der Gesundheitsstation
  • Bau von 3 Klassenzimmern mit Bücherschränken an der Primarschule, Anfertigung von 50 Schulmöbeln und Kauf eines Druckers                   
  • Magazin für die Schulkantine                                                                                  Büro für das neue Collège in Alwar

Collège Ndioum (750 Schüler!)

  • Bau von 10 Klassenzimmern,
  • Anfertigung von 75 Schulmöbeln,
  • Bau eines Bürotraktes mit 4 Räumen, 7 Toiletten

Primarschule Amadou Hane Ndioum (350 Schüler)

  • Bau von 3 Klassenzimmern plus 25 Schulmöbel, 1 Drucker 
  • Magazin für die Schulkantine

 Doubangué:

  • Bau von 2 Klassenzimmern und 2 Toiletten
  • Bau eines Case de Santé zusammen mit dem LED
  • Bau eines Magazins für die Schulkantine
  • Gesundheitsposten

 

 

 

 

Mbettite:

  • Bau von 2 Klassenzimmern an der Primarschule
  • Bau von 4 Klassenzimmern für das Collège, Anfertigung von 50 Schulmöbeln (200 Schüler)
  • Bau eines Bürotraktes für das Collège mit 3 Räumen und Kauf von Schreibtischen und Stühlen
  • Kauf einer Hirseschälmaschine für die Frauengruppe auf Kreditbasis, der zurückbezahlt wurde,

 Diverse einmalige Projekte:

Kauf eines Esels für eine behinderte Frau, Bau eines Klassenzimmers in einer 2. Primarschule in Ndioum, die nur Provisorien hatte, danach hat der Staat Klassenzimmer gebaut. Kauf von 2 Booten für 1 Fischer und 1 Dorf, Bau eines Aufenthaltsraumes zum Spielen und Essen im Kindergarten Ndioum, 7 Nähmaschinen wurden an junge Frauen verschenkt, die schon eine Ausbildung als Schneiderin hatten. Unterstützung von 4 Frauengruppen mit einem Kleinkredit. 3 Gruppen haben sich inzwischen leider aufgelöst. Reparatur eines Wasserturms in Mbettite. Kauf eines Pferdes für einen Bauer

Alle diese Projekte haben wirklich dazu beigetragen die Entwicklung in Ndioum und Mbettite zu fördern. Für mich als Aussenstehende ist es manchmal schwierig das zu beurteilen, aber gerade dieses Mal wurde mir von allen Seiten aus der Bevölkerung sehr herzlicher Dank entgegengebracht und betont wie wichtig unsere Hilfe ist.

GeplanteProjekte2020:                                                                                                       Wir werden dieses Jahr als erstes den Maschendraht um den Eingangsbereich der Gesundheitsstation in Doubangué durch eine Mauer ersetzen, damit dieser gesichert ist. Es wurden dort schon Bäume gepflanzt, damit ein schattiger Hof entsteht. Auch wollen wir die «Küche» für die Frauen bauen, die Finanzierung dieser Projekte ist gesichert.

In der Schule Amadou Hane in Ndioum ist bei einem Klassenzimmer für die Vorschulkinder der Betonboden sehr brüchig. Da die Kinder nur auf Matten sitzen, werden wir dort einen Linoleumboden verlegen.

Der Hauptausgabeposten ist aber die Collège-Mauer, die noch nicht finanziert ist.

Eine weitere Anfrage haben wir für den Bau eines Computerraums für das Collège in Alwar erhalten. Sie haben 10 Computer für den Informationsunterricht geschenkt bekommen und können diese wegen fehlendem Platz nicht nutzen. Sehr gerne würden wir, wenn möglich, diesem Gesuch nachkommen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr unsere Projekte auch weiterhin unterstützenswert findet, damit wir „unseren“ Dörfern auch in diesem Jahr die Hilfe zukommen lassen können, die sie im Moment benötigen. Wir haben zusammen sehr viel erreicht, und ich bin wirklich überaus dankbar, dass ich dank eurer Hilfe Stein auf Stein setzen kann für eine hoffentlich bessere Zukunft der Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind.

Nun ich wünsche euch allen ein gutes Jahr 2020 und sage euch allen ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ für eure langjährige Unterstützung,

mit herzlichen Grüssen

Ute