Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2010 meiner Teranga-Projekte im Senegal

Liebe Freunde Senegals,

ein ereignisreiches Jahr liegt wieder hinter mir, von dem ich sagen kann, dass sehr viel Gutes erreicht wurde. Da ich von euch allen so grosszügig bei meinen Projekten unterstützt wurde, will ich euch auch an meiner Freude teilhaben lassen.

Als erstes die wirklich fast sensationelle Nachricht: in der Schule von Alwar ist es möglich gewesen 3 Klassenzimmer neu zu bauen plus Renovation der Toiletten, dazu noch einen Lagerraum für die Schulkantine und es wurden noch 40 neue Tische und Bänke angeschafft. Und das alles ausschliesslich mit privaten Spenden und einer grossartigen Bilderauktion mit der Primarschule Mauren!!! 3 neue klassenzimmer Ich bin so dankbar für diese Unterstützung, es grenzt fast an ein Wunder. Aber ich will auch nicht vergessen meinem Projektleiter Malick im Senegal einen ganz besonderen Dank auszusprechen. Er hat fast Unmögliches möglich gemacht. Die klimatischen Verhältnisse waren dieses Jahr extrem wie noch nie. Zuerst die Hitze bis zu 50°C mit starkem Wind, dann eine sehr starke und lange Regenzeit, in der Alwar von der Umwelt abgeschnitten ist, da die Fähre nach Ndioum nicht fahren kann. Doch es wurden immer wieder Lösungen gefunden, um Arbeiter und Material nach Alwar zu transportieren. Entweder mit Pirogen über den Fluss, was natürlich sehr gefährlich ist, oder auf Umwegen mit einem Allradauto 40 km auf überfluteten Sandpisten. verladen von 40 neuen schulmöbeln

Trotz aller Widrigkeiten waren die Bauarbeiten in sehr kurzer Zeit abgeschlossen. Im Januar wurde mit dem Fundament angefangen und im April konnten die Kinder schon in den neuen Räumen unterrichtet werden. Das Haus war zwar noch nicht verputzt, aber wichtig war ja die Sicherheit der Kinder. Bis im August waren dann auch die Toiletten saniert, das Haus verputzt und der Lagerraum für die Schulkantine fertig. Dazu noch eine Erklärung.

Die Schulkantine existiert seit einigen Jahren und wurde immer von einer amerikanischen Organisation finanziell unterstützt. Diese hat nun beschlossen, sich zurückzuziehen, will aber vorher der Schule die Möglichkeit zu geben, die Kantine selbst zu finanzieren. Die Organisation will eine Reisschälmaschine anschaffen, mit der sich regelmässig Geld verdienen lässt. Diese Einnahmen werden für die Anschaffung der nötigen Lebensmittel verwendet. Bedingung für diese Anschaffung war die Erstellung eines Lagerraumes. Das Dorf hat aber nicht genügend Geld, um den zu finanzieren und baten mich um einen Zuschuss. Nach eingehender Prüfung meiner Finanzen, beschloss ich den Bau dieses Lagerraums mit CHF 3000.- zu unterstützen, da ich die Idee sehr gut finde. So kommen die Frauen weg aus der Abhängigkeit von aussen.

Die Bevölkerung von Alwar ist erfüllt von grosser Dankbarkeit und hat mich gebeten auf diesem Weg allen Spendern ihren Dank auszusprechen. Sie werden uns regelmässig in ihre Gebete einschliessen, wünschen uns gute Gesundheit und ein langes Leben. danke der lehrer

Die letztes Jahr erbaute Mutter-Kind-Station wird sehr gut angenommen und wir haben noch eine 2. Lastwagenbatterie angeschafft und einen Konverter, damit wir einen Kühlschrank für die Medikamente mit unserem Solarstrom betreiben können. Leider musste der Leiter der Station entlassen werden, da er unzuverlässig war. Wir versuchen so schnell als möglich einen Ersatz zu finden, im Moment wird der Posten von Ndioum aus betreut, ist aber nicht regelmässig besetzt, was sicher keine gute Lösung ist.

Für den Gesundheitsposten in Ndioum habe ich für den Schulungsraum CHF 2000.- für die Anschaffung von Tischen, Stühlen und einem Flipchart gespendet. Der Leiter des Postens setzt sich sehr für Alwar ein und bildet Hebammen und Krankenpfleger aus.

Die 5 Frauengruppen arbeiten nach wie vor zuverlässig mit dem geliehenen Geld und sind sehr zufrieden. treffen in Walo

Im Dorf Mbettite wollten sie, wie ich im letzten Brief geschrieben habe, das Färben oder Nähen lernen und damit Geld verdienen. Das hat sich aber inzwischen als sehr kompliziert herausgestellt. Sie kamen nun mit einer Anfrage auf mich zu ob ich ihnen helfen kann, eine Schälmaschine für Hirse anzuschaffen, die sie dann vermieten können und damit Geld verdienen. Das ist sicher sinnvoll, denn so eine Maschine gibt es im Dorf noch nicht. Jetzt warte ich auf den Bescheid was so eine Maschine kostet, dann werden wir die Details der Finanzierung besprechen.

Im gleichen Dorf ist ja dieses Jahr das Dach eines Klassenzimmers eingestürzt und hat ein Kind getötet. Ich liess abklären ob nur ein neues Dach nötig ist oder ob es ein neues Gebäude braucht. eingestürztes Dach Die Bausubstanz ist so schlecht, dass die Renovation keinen Sinn macht. Ich habe mich bei meinem letzten Aufenthalt im Senegal im Oktober mit den zuständigen Personen getroffen und mir ein Bild von der Gesamtsituation der Schule gemacht. Ein Klassenzimmer ist gerade im Bau, aber es fehlen immer noch 2 Zimmer, die im Moment in Provisorien untergebracht sind. So haben wir den Neubau von wenigstens 1 Zimmer beschlossen, da ich im Moment nicht mehr Geld zur Verfügung habe. Die Kosten stehen noch nicht fest, da die Kostenvoranschläge abgewartet werden müssen. planung bau eines klassenzimmers

Bei meinem letzten Besuch wollte ich eigentlich zum Schuljahrsbeginn die Einweihung der neu gebauten Schule in Alwar vornehmen, aber es wurde nichts daraus. Ich war zwar im Senegal, aber es war so unerträglich feuchtheiss und die Fähren konnten immer noch nicht fahren, sodass es für mich ein zu grosses gesundheitliches Risiko gewesen wäre, die Reise in den Norden auf mich zu nehmen. Wenigstens konnte ich Mbettite besuchen, dann bin ich frühzeitig und ein wenig angeschlagen wieder in unser gemässigtes Klima zurückgekehrt.

So sah ich dieses Mal auch die Patenkinder nicht, aber ich habe gehört, dass 8 Kinder die Aufnahmeprüfungen in die Sekundarschule bestanden haben, was mich sehr gefreut hat. Es gibt aber auch schwächere Kinder, die wiederholen müssen und froh sind wenn sie die Primarschule 6 Jahre lang schaffen, was auch noch nicht gesichert ist. 2 Kinder mussten wir sogar aus der Schule nehmen, da sie schon 2 mal wiederholt haben. Das hat mich traurig gemacht, aber der Junge geht nun in eine Anlehre als Metallbauer und das Mädchen hilft halt daheim im Haushalt und es gefällt ihr viel besser als die Schule!

Und noch etwas ganz erfreuliches gibt es zu berichten. Dank einer sachbezogenen Spende war es möglich einer jungen Frau eine Nähmaschine anzuschaffen. Sie arbeitet fleissig mit der Maschine und hilft so mit die Familie zu ernähren. Ausserdem geht sie abends noch auf den Markt und verkauft Essen. Auf diese Weise wurde einer ganzen Familie geholfen. Fatou arbeitet begeistert mit ihrer neuen Maschine

Jetzt bleibt mir nur noch, Euch allen herzlichen Dank zu sagen für Eure grosszügigen Spenden. Ich fühle mich auch getragen von vielen guten Gedanken, die ihr mir mit auf den Weg gebt, das gibt mir Kraft für meine Reisen.

So wünsche ich euch allen eine frohe Vorweihnachtszeit und ihr hört von mir wie immer nach meinem nächsten Besuch im Senegal.

Herzliche Grüsse

Ute Wild

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