Jahresbericht 2012

Liebe „teranga“ – Freunde

Auf das vergangene Jahr schaue ich mit grosser Dankbarkeit und Freude zurück. Es war ein wichtiges Jahr der Reflektion und Neuausrichtung für mich und meine Mitarbeiter im Senegal. Und schliesslich Ende des Jahres auch eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Vertrauen, das mir von allen Seiten entgegen gebracht wird, motiviert mich meinen eingeschlagenen Weg weiter zugehen und mein Bestes zu geben.

Wie ich schon im Februar angedeutet habe, lege ich in Zukunft meinen Schwerpunkt auf den Ausbau von Schulen. Die gewissenhafte Begleitung und Kontrolle zu vieler verschiedener Projekte ist kräftezehrend und zeitaufwändig. Es ist mir wichtig, dass die Nachhaltigkeit bei meinem Engagementgewährleistet ist. Meine laufenden Projekte sind für mich eine Freude, denn sie werden auch im Senegal gut verwaltet. Und beim Ausbau der Realschule in Ndioum habe ich Gott sei Dank besonders dynamische Personen an meiner Seite, so kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass wir gemeinsam daran arbeiten den Kindern die Möglichkeit für eine bessere Zukunft zu geben.

Direktor (sitzend)der Realschule Es freut mich sehr, dass die TERANGA Projekte dank der Unterstützung von Anikó Stalder ein Logo bekommen haben. Ich habe ganz bewusst „TERANGA Schulen für Senegal“ gewählt, denn dafür werden die Spenden, wie schon erwähnt, in Zukunft verwendet werden. Die Hände bilden in der Mitte ein Haus, die Finger sind nicht aneinander gelegt, was das Geben und Nehmen als Miteinander symbolisiert. Auch die Bedeutung des Wortes Teranga = Gastfreundschaft ist damit ausgedrückt. Eine Homepage ist mit Dominique Stalder in Arbeit, beide sehen ihr Engagement als Beitrag zu meinen Projekten, ich sage ihnen dafür vielen Dank!

Mein Jahresbericht kommt dieses Jahr etwas verspätet, da ich erst Anfang Dezember von meinem letzten Aufenthalt in Senegal zurückgekommen bin. Der Grund für meine Reise war ein sehr erfreulicher, ich durfte 2 neu erbaute Klassenzimmer der Realschule in Ndioum einweihen. Bei meinem letzten Besuch im Januar dieses Jahres wurde ich auf die prekäre Situation dieser Schule aufmerksam gemacht. In meinem letzten Brief habe ich ausführlich darüber berichtet. Die meisten Schüler haben trotz grösster Schwierigkeiten das Klassenziel erreicht, da sie 4 Wochen nachdem die Ferien schon angefangen hatten, noch Intensivunterricht bekommen haben. Alle Lehrer und Schüler waren voll motiviert, da sie gesehen haben, dass 2 neue Klassenzimmer im Bau waren. Ehe ich ausführlich über diese Schule berichte, möchte ich mich zuerst ganz herzlich bei allen bedanken, die es ermöglicht haben, dass dieser Bau entstehen konnte.

2 neue Klassenzimmer Ganz besonders hat es mich gefreut, dass der Arbeitskreis Ehe und Familie der Gemeinde Sulzberg/ Vorarlberg den Erlös des Suppentages für mein Projekt zur Verfügung gestellt hat. Das war der Grundstein für ein Klassenzimmer. Dazu kamen wie durch ein Wunder weitere grössere Spendenbeträge, die notwendig waren für den Bau der Schule. Allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“!

nun zu meiner Reise :
nach 2 Tagen der Akklimatisation in „meinem“ kleinen Hotel in Mbour bin ich in den Norden Senegals gefahren. Ich habe wieder das Buschtaxi (die traditionelle Art zu reisen in Senegal) genommen und nach 9 Stunden waren wir in Ndioum. Gott Xpress money locations sei Dank war das Klima einigermassen erträglich, d.h. tagsüber zwischen 30 und 35 °und nachts sogar recht frisch, sodass ich gut schlafen konnte. Wir haben uns noch am gleichen Tag mit dem Direktor der Realschule getroffen, der uns mit sehr viel Elan begrüsste. Er wollte unser kleines Einweihungsfest gut vorbereiten und war sehr interessiert etwas über Liechtenstein und meine Spender zu erfahren. Es war mir wichtig, ihm klar zu machen,
dass die Finanzierung der Neubauten nur dank dem guten Willen vieler Menschen in meinem Bekanntenkreis möglich ist und wir auch von Seiten der Bevölkerung in Ndioum Mithilfe und Unterstützung benötigen, um unsere Ziele zu erreichen. Er hat das dann am Fest gut kommuniziert in dem Satz: „Gemeinsam sind wir stark und können Träume verwirklichen“. Ich konnte mich selbst überzeugen, dass diese Worte ernst gemeint waren, denn die Elternvereinigung hat mit Hilfe der Gemeinde den Bau von 2 Toiletten angefangen und in den 4 provisorischen Klassenzimmern, die sie Anfang des Jahres gebaut haben, wurde unterrichtet. Unterricht im prov. Klassenzimmer Der Direktor hatte sein „Büro“ (ein Tisch und 2 Stühle) unter 2 Bäumen mitten auf dem Terrain für die Neubauten eingerichtet. So zeigte er seine Präsenz und hatte Kontrolle über den Unterricht der Klassen. Die 2 neuen Räume sind nun die Klassenzimmer der Abschlussklassen, damit diese ungestört lernen können, bei Bedarf auch ausserhalb der Schulzeiten. Die Schüler sind sehr stolz, dass sie die ersten sein werden, die aus dieser neuen Realschule den Uebertritt ins Gymnasium schaffen oder hoffentlich einen Beruf erlernen können mit ihrem Realschulabschluss. Im Moment werden also 6 Klassen auf dem neuen Terrain unterrichtet. Weitere 3 Klassen sind von der Gemeinde in einem anderen Gebäude eingemietet, das etwas entfernt liegt. Der Direktor schaut jeden Tag nach allen Klassen motiviert elaguilablanca.com.ar Lehrer und Schüler. Er ist wirklich ein Idealist, unsere Hilfe fällt bei ihm auf fruchtbaren Boden. Das motiviert mich auch, nicht müde zu werden, um hier für den Bau von weiteren Klassenzimmern Spenden zu sammeln. Wir müssen uns vorstellen, dass wir damit 512 Schülern helfen in sicheren Räumen zur Schule gehen zu können – für mich sind die strahlenden, dankbaren Kinder immer wieder eine Belohnung für alle Strapazen.
Die Einweihung dieser neuen Klassenzimmer war ein grosses Ereignis für die ganze Gemeinde. Der Direktor hatte die Lehrer aller anderen Schulen, den Bürgermeister und auch einen Vertreter des Schulministeriums dazu eingeladen. Der sagte zu mir: „Madame, sie haben den Stachel in unsere Haut gesetzt, wir wissen was unsere Aufgabe ist. Ich werde alles daran setzten, dass auch wir unseren Verpflichtungen nachkommen.“ Hoffen wir es….
Vertreter des Ministeriums Die Schüler haben 2 kleine Theaterstücke vorgeführt, es wurde gesungen und getanzt und natürlich viele Ansprachen gehalten! Ich hatte mir für 2012 zum Ziel gesetzt 2 Klassenzimmer in Ndioum bauen zu können, was mir dank eurer Unterstützung auch gelungen ist. Für 2013 ist mein Ziel weitere 2 Klassenzimmer zu bauen, und ich bin schon auf gutem Weg!
Als ich von Senegal zurückgekommen bin, hat mich eine Lehrerin der Primarschule Mauren angerufen und mir mitgeteilt, dass die Kinder ein Weihnachtsmusical aufführen werden und die Kollekte für meine Schulprojekte im Senegal gedacht ist. Sicher habt ihr in den Zeitungen von dem Riesenerfolg gelesen – CHF 3748.- war der Erlös! Das ist schon wieder ein halbes Klassenzimmer! Wir haben sofort mit den Bauarbeiten angefangen, denn auch in Sulzberg haben die Schüler und der Weltladen eine Weihnachtsaktion für mich gemacht, bei der ich von meiner Reise berichten konnte. Es wurde dazu Kaffe und Kuchen verkauft und es kamen weitere € 1050 zusammen. Nicht vergessen möchte ich mich bei allen zu bedanken, die mir dank privater Spenden regelmässig helfen, dass ein Stein auf den anderen kommt. Das alles ist nicht selbstverständlich, und ich bin sehr dankbar, dass mir und meinen Mitarbeitern in Senegal dieses Vertrauen entgegengebracht wird. Ich sehe bei jedem Besuch dass sich in diesen 2 Dörfern, die wir unterstützen, vieles verbessert hat. Nicht unterschätzen darf man auch die grosse Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die wir in den Menschen nähren. Das gibt ihnen Mut nicht aufzugeben trotz mancher Rückschläge. Sie lernen immer mehr für ihre Interessen zu kämpfen, die neue Regierung macht ihnen auch Mut. Ich habe das Gefühl, dass sich etwas bewegt in Senegal.
Leider haben wir mit der Gesundheitsstation unser Ziel- die staatliche Anerkennung- noch nicht erreicht. Doch ich konnte mich überzeugen, dass die Station gut geführt und immer besser von der Bevölkerung angenommen wird. Es gibt keine Hausgeburten mehr – ein grosser Fortschritt! Die junge Frau aus Alwar, die die Ausbildung zur Krankenschwester machen wollte, wurde von ihrem Mann gebremst, Gott sei Dank ehe sie angefangen hat! Doch es hat sich wieder wunderbar gefügt, dass genau während meines Besuchs eine junge Frau mit der Bitte an mich herantrat ob ich ihr nicht dabei helfen könnte eine Krankenschwesterausbildung zu machen – das sei ihr Wunsch seit sie die Schule
vor 4 Jahren abgeschlossen hat. Da ich die Ausbildungskosten schon im Budget hatte, konnte ich ihr zusagen und sie hat schon angefangen! Auch sie ist 4seohunt.com/www/teranga.li gebürtig von Alwar, wohnt aber nun in Ndioum.
Ich habe ein gutes Gefühl bei dieser jungen Frau, wir haben uns lange unterhalten, sie ist interessiert und spricht fliessend Französisch. Die Patenkinder und Frauengruppen werde ich bei meinem nächsten Aufenthalt Ende Februar besuchen. Dann begleiten mich zwei liebe Bekannte, sie haben so die Gelegenheit einen Einblick in senegalesische Familien zu erhalten. Fünf Patenkinder haben wieder den Uebertritt in die Realschule geschafft, das freut mich natürlich sehr!

Hiermit möchte ich an alle, die eventuell auch interessiert sind einmal mit mir nach Senegal zu reisen, eine Einladung aussprechen. Wenn jemand bereit ist sich auf die Herausforderungen eines Entwicklungslandes einzulassen (wenig Komfort, aber herzliche fröhliche Menschen, die einen mit offenen Armen willkommen heissen), dann werde ich gerne zeigen, was alles in den letzten Jahren mit eurer Unterstützung entstanden ist.

Zum Schluss möchte ich euch allen , die ihr mich regelmässig unterstützt und mir Kraft und Mut gebt für diese wunderbare Lebensaufgabe, ein frohes, gesundes, friedvolles Neues Jahr wünschen. Es geht uns hier so gut , und ich spüre immer wieder , dass dieses Bewusstsein auch viele Menschen animiert etwas abzugeben . danke !

Ich werde mich weiterhin mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Ziele, die ich mir gesetzt habe, auch verwirklicht werden können. Meine Freunde im Senegal sagen immer: “Wir legen alles in Gottes Hand“ und genauso wollen wir es machen! Mit lieben Grüssen bis zum nächsten Brief im April.

UTE

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