Hintergrund

Warum gerade Senegal?

Durch eine Freundin bin ich vor 8 Jahren das erste Mal nach Senegal gekommen. Mein erster Eindruck war schockierend. Der Lärm, der Dreck, die Armut – ich konnte es fast nicht aushalten.

Doch dann lernte ich im Bekanntenkreis meiner Freundin die Menschen näher kennen und stellte fest wie aufgeschlossen, interessiert, tolerant und liebenswert sie sind.

In vielen Gesprächen lernte ich das Land und die Probleme der Menschen dort besser verstehen und lieben (Wikipedia: Senegal). Für ihr Land würden sie alles tun und hoffen unablässig auf Hilfe, die ihnen vom Staat nicht gewährt werden kann. Ihre Lebensbedingungen werden immer härter und oft sehen sie nur einen Ausweg in der Flucht, aber viel lieber würden sie in ihrem Land und bei ihren Familien bleiben. Denn die Wichtigkeit der Familie ist für mich im Senegal nach wie vor etwas vom Eindrücklichsten. Die Menschen sehen sich nie nur als Individuen, sondern vor allem als ein Teil der Grossfamilie und der Gesellschaft. Ohne diesen Rückhalt sind sie gar nichts. Aber natürlich müssen sie sich auch deren Regeln beugen. Zu diesen Regeln gehört es auch, dass man allen, die zu Besuch kommen, egal ob aus dem Dorf oder ein Fremder, Gastfreundschaft (Teranga) gewährt. Was man hat wird geteilt, in jedem Haus fühlt man sich herzlich willkommen ohne Vorurteile. Egal ob schwarz oder weiss, ob Moslem oder Christ, Senegalesen sind sehr tolerant. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist für mich , dass der erste Präsident Senegals nach der Unabhängigkeit ein Christ war, obwohl im Senegal 94% Muslime leben. Senghor war in ihren Augen der beste Mann und da spielte die Religion keine Rolle.

Der Anfang und meine Motivation im Kleinen zu helfen:

Ich habe in einem Dorf die Schule besucht und gesehen wie gerne die Kinder zur Schule gehen. Die Eltern können aber oft die Kosten für ein Schuljahr nicht aufbringen und dann sitzen sie traurig in einer Ecke und weinen.

Das war für mich das Schlüsselerlebnis. Es wurde mir klar, dass ich mit wenig Mitteln (Patenschaften) viel Gutes tun und so zur Entwicklung eines Landes beitragen kann. In Senegal gibt es immer noch 60% Analphabeten, die sehr unter ihrer Unwissenheit leiden. Sie wissen, dass man sie auf allen Ebenen betrügen und ausnutzen kann. Für ihre Kinder wünschen sie sich eine bessere Zukunft. Deswegen versuchen immer mehr Familien ihren Kindern die Möglichkeit einer guten Ausbildung zu geben. Sie wissen, dass dies die einzige Chance ist, um nach und nach die Lebensbedingungen in ihrem Land zu verbessern. Aber die extrem hohe Arbeitslosigkeit und das unregelmässige Einkommen sind grosse Hindernisse diesen Wunsch zu erfüllen.

Deswegen war es mir ein grosses Anliegen wenigstens einigen Kindern eine Patenschaft zu vermitteln und habe jemand gesucht, der diese für mich im Senegal verwaltet. Ein Bekannter von der ev.-luth.Gemeinde in Mbour hat mir angeboten Patenkinder aus armen Familien in seinem Dorf auszusuchen und die Verwaltung des Geldes zu übernehmen.

So kam ich zu den ersten 17 Patenkindern.

Die Patenschaften werden von Familien in FL finanziert, denen die Schulbildung dieser Kinder am Herzen liegt.

„Bildung ist die stärkste Waffe, mit der wir die Welt verändern können“

Nelson Mandela